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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1884-01-01 · 1884 · page 32

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1884
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720945--31-2723814
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30 Geschichtsquellen deutlich von einem nahen Verwandten des Kaisers Titus, also auch Domitians, dass er Proselyte gewesen. Sie erzählen von einem Senator, (סנקליטו של מלך, d. h. 0dpcX7jtixös), der ein Gottesverehrer (ירא שמים), gewesen uud nennen, wenn auch ein wenig entstellt, seinen Namen Klo nimo s (קלונימום, verdorben לןלודקום). Sie verdunkeln zwar den Namen, indem sie ihn Akylas nennen נ ארנקלרם בד קלונימוס א״גייר). Aber diese Verwechselung mit dem andern Proselyten Akylas hindert nicht, unter dem Bar-Klonimus Domitians Verwandten Flavius Clemens zu erkennen. Kurz, die talmudischen Quellen hatten eine, wenn auch dunkle Kunde, dass ein Glied des Flavianischen Kaiserhauses in naher Beziehung zum Judenthum stand. Das wäre also ein positives Argument. d) Noch positiver ist ein christliches Zeugniss. Ein Vers im Matthäus - Evangelium weist auf einen jüdischen Proselyten, den zu gewinnen, jüdische Gesetzeslehrer eine weite Reise angetreten haben. In gehässiger Weise gegen die jüdischen Gesetzeslehrer, welche das ganze Stück Pharisäer und Heuchler, Schlangen- und Ottergezücht nennt, apostrophirt sie dieser Vers (25, 15): ״Weh euch Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Wasser befahrt, um einen zum Proselyten zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr ihn zum Sohne der Hölle zwiefältig mehr denn ihr seid!“* 2) Nun, die Reise zu Wasser und Land der Schriftgelehrten kennen wir; es ist die Reise der Vier nach Rom. Das Matthäus - Evangelium deutet uns den Zweck ihrer weiten Reise an: einen Gewissen zum Proselyten zu machen. Denn nur diesen Sinn kann der Text haben: uoL^aai sva rcp€<n}Xorov, und nicht den: überhaupt Proselyten zu machen. .Und wenn sie die beschwerliche Seefahrt — noch dazu im Spätsommer — zu diesem Zwecke unternommen haben, so kann der zu gewinnende Heide keine bedeutungslose Persönlichkeit gewesen sein, muss vielmehr eine hervorragende Stellung innegehabt haben. Kurz, dieser Vers verräth das Factum, das wir anderweitig kennen, dass Schriftgelehrte eine Seefahrt gemacht haben, um Flavius Clemens zum Proselyten zu machen. Daher der schlecht verhehlte Aerger, dass diese Acquisition der Synagoge und r^cht der Kirche zugefallen ist. 1) Ueber diese Quellen vergl. Graetz Geschichte der Juden IV, 2 Note 12; Derenbürg, Essai sur fhistoire de la Palestine p. 354• fg. 2) Vergl. Frankl-Graetz Monatsschrift, Jhrg. 1869, 169 f.

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