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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1884-01-01 · 1884 · page 31

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1884
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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29 keit dieses Römers aus der Kaiserfamilie zum Judenthum kurz zusammenzustellen. a) Dio Cassius erzählt: Domitian habe kurz vor seinem Ende seinen Neffen Flavius Clemens hinrichten und dessen Gattin Flavia Domitilla auf eine Insel verbannen lassen, und zwar wegen Atheismus (affeofbjg), und derselbe fugt in einem Athen!- zuge in relativer Construction hinzu: wegen derselben Anklage seien zur selben Zeit Viele bestraft worden, weil sie auf den Abweg der jüdischen Sitten gerathen waren (sc za töv ’laoSatfav rfihj s£07,sX\0ve<z o. S. 6). Ist es nicht deutlich genug gesagt, dass Clemens’ Vergehen nicht verschieden war von dem der übrigen deswegen Bestraften, und dass dieses darin bestanden hat, dass er, gleich diesen, jüdischen Sitten zugeneigt gewesen? Gegen dieses Arugument wurde geltend gemacht: dieser Clemens könne immerhin Christ gewesen sein; allein damals habe man Christen von Juden noch nicht unterschieden, und so könnte ihn Domitian als jüdischen Proselyten angesehen haben, obwohl er ein christlicher Convertit war. Gegen diesen Einwurf spricht aber entschieden ein Christliches Zeugniss. b) Der Kirchenannalist Bruttius, dessen Angaben bis zum dritten Jahrhundert Eusebius benutzt hat, erzählt: In Domitians sechzehntem Jahre sei Flavia Domitilla, Nichte des Consuls Flavius Clemens wegen, ihres christlichen Bekenntnisses auf eine Insel verbannt worden 1). Bruttius schweigt also von Clemens’ christlichem Bekenntnisse, obwohl er seinen Namen nennt, wo er von Domitilla’s Zugehörigkeit zur Kirche spricht. Es ist also eben so viel, als wenn er ausdrücklich bezeugt hätte: Clemens sei nicht Christ gewesen. Wäre er es gewesen, so hätte Bruttius mehr noch dessen Bekehrung zum Christenthum hervorgehoben, da sein Märtyrerthum doch jedenfalls bedeutsamer als Domitilla’s war, er also als echter Blutzeuge für den christlichen Glauben hätte aufgeführt werden können. Aus diesem argumentum e süentio wäre allerdings nur negativ bewiesen, dass Clemens nicht Christ gewesen ist, aber noch nicht, dass er jüdischer Proselyte gewesen wäre. c) Aber während die-älteste christliche Geschich^squelle von Clemens’ , christlichem Bekenntnisse schweigt, sprechen jüdische!) Eusebius, Kirchengeschichte III., 18.

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