Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1884
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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27 geschichtlichen Darstellung, dass für Heiden, welche eine Zuneigung zum Judenthum hegen, die Beschneidung nicht Bedingung zum Anschlüsse an dasselbe sei. Ganz dasselbe, was Paulus mit seinem Sturm« und Drang«Apostolat erzielen wollte, die Heidenweit zu Abrahams Kindschaft heranziehen, erstrebte Josephus mit ruhiger literarischer Arbeit und ohne Zuhilfenahme von Mystik. Beide haben daher, um das Haupthindemiss für den Zutritt von Heiden zu beseitigen, die Verbindlichkeit der Beschneidung für Proselyten negirt. Aber, wie gesagt, ihre Wege waren verschieden. Josephus war, so zu sagen, ein Katheder-Apostel für Heidenbekehrung. Allerdings konnte er sich nicht solcher weitgehenden Eroberungen wie der Apostel aus Tarsus rühmen; auf die Volksmasse, Handwerker, Sclaven und malcontente Naturen konnte er nicht und wollte wohl auch nicht wirken. Aber dafür hat er literarisch-gebildete Kreise für das Judenthum gewonnen. Zunächst waren Josephus’* zwei apologetisch - propagandistische Bücher gegen Apion für die Gesinnungsgenossen seines Freundes Epaphroditos berechnet, um sie in ihrer Zuneigung zum Judenthume zu befestigen, denen er sie gewidmet hat. Der Ruf von der Vorliebe zahlreicher Römer für das Judenthum drang bis nach Judäa und veranlasste die vier Synhedristen oder Hauptgesetzeslehrer, den Patriarchen Rabban Gamaliel, den Vice-Patriarchen R. Elieser b. Asaria, den milden R. Josua und den energischen R. Akiba die Reise nach Rom zu unternehmen. Die Personen, mit denen sie oder einzelne von ihnen über Werth oder Unwerth des Götzenthums und überhaupt über religiöse Themata Unterredung gepflogen haben, waren gewiss judaisirende Römer. Die wegwerfende Sprache über die Götter, welche von ihnen tradirt wird, können sie unmöglich Stockheiden gegenüber geführt haben. Aut die Frage, warum Gott, der Gott des Judenthums, die Objecte des Götzencultus dulde, wenn er diesen so sehr verabscheue, antworteten diese Gesetzeslehrer: Wenn es sich blos um nutzlose Dinge handelte, wäre es ihm ein Leichtes sie verschwinden zu machen; aber die Götzendiener verehren doch auch die Gestirne und Berge; soll Gott wegen der Thoren seine Weh zerstören?נ) Diese Frage kann nur von solchen aufgeworfen sein, 1) Misckna Aboda Sara iv, 7. שאלו את הזקנים ברומי אם אץ רצונו במיא למה אינו מבטלו♦ In Tosefta das. und citirt, Babli das. z. St. lautet die Lesart שאלו אילופומץ את הזקנים ברובד♦ Diese Relation ist verschieden von einer anderen, in welcher R. Ga-