Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1884
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2720904-2720945--25-2723808- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
24 mit peinlichster Wörtlichkeit zu übertragen und diese UeberSetzung noch einmal noch wörtlicher zu überarbeiten. Welche Energie und welche Hingebung gehörten dazu für einen geborenen Griechen das seinem Organe und seiner Sprachgewohnheit spröde widerstrebende hebräische Idiom zu erlernen! Er hatte die Verdolmetschung der heiligen Schrift zuerst unter Anleitung der Gesetzeslehrer R. Josua und R. Elieser und später unter der R. Akiba’s ausgearbeitet und sich der Interpretationsmethode des Letzteren eng angeschmiegt. Die Aquiläische Uebersetzung war unter den griechisch redenden Juden sehr beliebt und verdrängte die ältere, die sog. Septuaginta. Aquila war von Hause aus sehr vermögend. Als er mit seinen im Heidenthum verharrenden Brüdern die Erbschaft theilte, in welcher sich auch werthvolle Götterstatuen befanden, liess er sich für seinen Antheil daran ein Aequivalent geben und warf dieses ins Meer, um nicht vom Götzenthum irgend einen Nutzen zu ziehen1 2). Aquila überbot geborene Juden an scrupulöser Beobachtung der Gesetze. 4) Von römischen Proselyten ist nur dem Namen nach bekannt Veturia Paulla (oder Paulina), welche im siebzigsten Lebensjahre sich dem Judenthum angeschlossen und ein hohes Alter von 86 Jahren erreicht hat. Als Jüdin hat sie den Namen Sara angenommen. Sie muss ein bedeutendes Ansehen in der römischjüdischen Gemeinde genossen haben, denn sie führte den Ehrentitel ״Mutter der Synagogen“, einer, welche inRom auf dem Campus Martius erbaut war, und einer anderen, welche nach dem Namen eines Erbauers Volumnus oder Volumnius genannt war, wie die lateinische Grabinschrift, die in Rom gefunden wurde, bezeugt -j. Die von mir vor beinahe dreissig Jahren ausgesprochene Vermuthung, dass diese römische Proselytin Veturia identisch sei mit der in der talmudischen Literatur erwähnten Proselytin Beluria oder Beruzia, ist von Epigraphisten als richtig adoptirt worden. Zieht man diese Relation hinzu, so gewänne man 1) Tosefta Demäi VI, 13. Jerus. das. 26d. 2) Diese Grabinschrift ist öfter abgedruckt, auch bei Orelli Jnscr. Lat. Collect., No. •2522 und bei Schürer, die Gemeindeverfassung der Juden in Rom in der Kaiserzeit (Leipzig 1879) S. 35 No. 11. Diese Inschrift lautet nach der Transcription in das gebräuchliche Latein: Veturia Paulla (s. Paulina) f. domi aeternae constituta qua't vixit annos LXXXVI menses VI, jbroselyta annos XVI nomine Sara, mater Sy na• gogarum Campi et Volumni,