Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1884
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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23 Kasteiung auferlegt haben. Mit der Sabbatfeier dagegen muss es sich anders verhalten haben. Von den zahlreichen theils ganzen und theils halben Proselyten, welche innerhalb des angegebenen halben Jahrhunderts dem Judenthume anhänglich waren, sind einige mit ihrem Namen bekannt geworden. 1) Jehuda, ein Ammoniter, war Vollproselyte. Nach der Amtsentsetzung des Patriarchen Rabban Gamaliel (90—94) stellte er im Lehrhause die Frage, ob es ihm gestattet sei, eine Judäerin zu ehelichen. Gegen den Wortlaut des Gesetzes, welches verbietet, Ammoniter in die Gemeinde aufzunehmen, und gegen die von Rabban Gamaliel geltend gemachten Grunde wider die Aufnahme derselben wurde die Frage nach R. Josua's Votum günstig für ihn im Collegium beantwortet. Es wurde motivirt, es gäbe in der Jetztzeit keine Ammoniter im biblischen Sinne mehr, weil der Eroberer Sanherib die Völkerschaften der Art untereinandergemischt habe, dass keine derselben mehr ihre reine Abstammung behalten habe. R. Josua und das damalige Collegium scheinen die Amalgamirung mit Proselyten begünstigt zu haben 1). ' 2) Menjamin, ein Aegypter, war mit seiner Frau zum Judenthum übergetreten und hatte sich in R. Akiba’s Lehrhaus zum Jünger der Gesetzeskunde ausgebildet. Für seinen heirathsfähigen Sohn suchte er eine Proselytin von ägyptischer Abstammung, damit sein Enkel eine Judäerin ehelichen dürfte, nach dem Gesetze, dass von Aegyptem erst das dritte Geschlecht in die Gemeinschaft aufgenommen werden sollte. R. Akiba gestattete aber den Söhnen, sich mit geborenen Judäerinnen zu verschwägern aus demselben Grunde wie R. Josua bezüglich des ammonitischen Proselyten2). 3) Ein Vollproselyte von Bedeutung in dieser Zeit war Akylas oder Aquila (אונקלום, עקילם) aus Pontus. Dieser muss eine so tiefe Liebe zum Judenthum empfunden haben, dass er sich der mühseligen Arbeit unterzog, das Hebräische zu erlernen, die ganze heilige Schrift aus dem Hebräischen ins Griechische 4) Tractat Jadaim IV, 4. Tosefta Jadaim II, 7, citirt Babli Berachot 28 a. 2) Tosefta Kidduschin V, 5, und Jerus. Jebamot 9b, Sifre Sect. Ki-Teze No. 253g mit Motivirung, Babli Jebamot 76 b, 78 a, Sota 9 a ohne Motivirung. Die Motivirua in Tosefta lautet anders als in Jerus. Vgl. Tosafot zu den beiden letzten Citaten.