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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1884-01-01 · 1884 · page 11

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1884
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720945--10-2723793
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Haben sich viele Heiden, wie erwiesen, zum Judenthum gedrängt, und zw׳ar, wie erwiesen wrerden soll, ohne missionaren Bekehrungseifer, so war es natürlich, dass die autoritative Behörde, welche das Judenthum innerhalb dieses Zeitraumes officiell vertrat, Rücksicht auf diese unerwartete Erscheinung nehmen musste. Diese Behörde war das Collegium, welches sich in der Hafenstadt Jabneh oder Jamnia constituirt hatte, die Fortsetzung und der Rumpf des Jerusalemischen Synhedrion, mit einem Vorsitzenden an der Spitze, der den officiellen Titel Patriach (Nassi) führte. Diese zweite These unserer Abhandlung lässt sich ebenfalls factisch erweisen. Die talmudischen Quellen tradiren mit entschiedener Gewissheit, dass zwei neue Gesetzesbestimmungen mit Rücksicht auf Proselyten, welche in die volle Lebensgemeinschaft des Judenthums eingetreten waren oder noch eintreten sollten, in dieser Zeit eingeführt wurden. Eine neue Lage w׳ar unversehens eingetreten. Neue Anhänger hatten sich dem Judenthum aus dem Heidenthum angeschlossen, theils direct und theils indirect durch das Medium des Christenthums, welches vermöge der apostolischen Heidenbekehrung doch auch dem Monotheismus Bekenner und der Ethik des Judenthums Theilnehmer zugeführt hat. Zu dieser neuen Errungenschaft haben sich die officiellen Vertreter des Judenthums vermittelst gesetzgeberischer Acte theils attractiv und theils repulsiv verhalten. * An dem Zuwachs vermittelst des Christenthums erblickten die gesetzgebenden Vertreter des Judenthums keinen erfreulichen Gewinn. Die Theorie des Heidenapostels, dass mit d'em Eintreten der messianisehen V ollen düng die Religionsgesetze des Judenthums von selbst abrogirt seien, — welche den Sieg über die Doctrin der Judenapostel und der Vertreter des reinen Ur- Christenthums davon getragen hatte — war auch in den Kreis der in Palästina und den Nachbarländern wohnenden Juden Christen eingedrungen. Die Minäer (מיניס), wie diese Judenchristen genannt wrurden — von denen der Kirchenvater Hieronymus sagt: ״dum volunt esse et Judaei et Christian{, nec Judaei sunt, nec Christian{“ — diese Minäer, welche mit dem gesetzlichen Inhalt des Judenthums halb oder ganz gebrochen hatten, waren ein verführerisches Beispiel für die Synagoge, die ohnehin durch den Untergang des Staates und des centralen einigenden Heiligthums äusserst geschwächt war. Wie

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