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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1884-01-01 · 1884 · page 6

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1884
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720945--05-2723788
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von den Römern besiegten Völker behandelt; er musste eine Art Judensteuer (fiscus Judaicus) leisten. Zudem wurde der Ausgang dieses Krieges, in welchem sich der Todesmuth der Juden so glänzend gezeigt hatte — der, wie Josephus ihn bezeichnete, nicht blos die zu seiner Zeit erlebten, sondern auch beinahe alle von der Geschichte gemeldeten Kriege zwischen Völkern und Staaten bei weitem übertroffen hat — der Ausgang dieses Krieges wurde von feilen griechischen Pamphletisten aus Hass gegen die Juden and aus Liebedienerei gegen die Römer benutzt, die Besiegten mit Schmutz zu überschütten und das Judenthum wie seine Bekenner verächtlich zu machen1). Und trotzdem hat gerade nach dem Falle Jerusalems, nach der völligen Auflösung des Staatsverbandes und in der Gedrücktheit und Erniedrigung des Restes des jüdischen Stammes der Zutritt von Römern zum Judenthum noch zugenommen. Diese These, dass der jüdische Proselytismus in dem halben Jahrhundert zwischen Jerusalems Untergang und dem Hadrianisch-Barkocheba'fschen Kriege, und am meisten unter Domitian, geblüht hat, soll hier durch Detailforschung erörtert werden. Mit derselben vornehmen Geringschätzung wie Seneca, welche den auf materielle Machtmittel bauenden Römern gegenüber den Völkern, die sich durch einen gewissen Idealismus behauptet und gewehrt haben, so recht eigen war, oder auch mit unverkennbarem Aerger berichtet Tacitus von dem An- Schluss von Römern an das Judenthum zu seiner Zeit, d. h. unter Nerva und Trajan. ״Diejenigen, welche zu ihrer (der Juden) Religion übergehen, haben dieselben Sitten. Sie werden nicht eher aufgenommen, bis sie die Götter verachten, das Vaterland verleugnen, Eltern, Kinder, Brüder aufgeben. Nur Verworfene gehen zu ihnen über und wenden ihnen Gaben und heilige Spenden zu-').“ Es braucht nicht bemerkt zu werden, dass der römische Historiker hier von römischen Proselyten spricht, wahrscheinlich gar von solchen in Rom selbst. Die Verunglimpfung, die Tacitus dabei diesen anhängt, hat nichts zu bedeuten. Sie beruht, wenn ' l) Josephus, jüd. Krieg Vorwort 1. 2) Historiae IV., 5. Nam pessimus quisque, spretis religionibuspatrüs, tributa et stipes illuc gerebant . . . Transgressi in morem eornm idem usiupant, nec quicquam prius imbuuntur, quam contenmere Deos, exuere patriam, parentes, liberos, fratres vilia habere.

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