Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 68

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2720904-2720947--67-2723768
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

64 dem Mischna-Commentar selbst ganz andere Lesarten hatte. Ferner berichtet Juchasin a. a. O. auch über die Ansicht Derer, die den Maimonides für den unmittelbaren Schüler des R. Joseph Halevi ausgeben, und widerlegt sie. Er spricht sich folgendermaassen aus: ״Zwar habe ich in einem Responsum des Maimonides selbst die Worte gefunden: ״ ,כפי מד שלמדתי מרבתי רב־ יד,ושף חלייwie ich von meinem Lehrer R. Joseph Halevi gelernt habe“ (wodurch wohl auch der Irrthum bei den Späteren entstanden sein kann). Allein das wäre ein offenbarer Anachronismus, denn Maimonides kann beim Tode des R. Joseph Halevi höchstens zehn Jahre (nach einer anderen Berechnung sogar nur sechs Jahre) alt gewesen sein; es kann also der Ausdruck שלמדת־ nicht buchstäblich, sondern nur dahin verstanden werden, dass er aus dessen Schriften geschöpft habe1). Im Juchasin ed. Philipowski lautet das Citat: כצי מד שלמדתי ״ ,מרבות־ ר, ידוסף דלו* ודשארwie ich von meinen Lehrern R. Joseph Halevi und Anderen gelernt habe“, welche Worte noch mehr für die Interpretation des Juchasin sprechen, dass es sich hier nicht um einen unmittelbaren mündlichen Unterricht handelt. Im Seder ha־Dorot (ed. Lemberg nach Karlsruhe, 1. Th. 127a) wird diese Stelle des Juchasin ebenfalls gebracht und den Chronisten der Anachronismus vorgeworfen, aber in einem so schwerfälligen Style, dass man glauben könnte, Seder ha-Dorot bekämpfe Juchasin (er sagt nämlich ע' יוחסין דף קל״א כי ר׳ יוסף דלוו בן מיגאש ד־׳ רבו (של דרמב״ם* וזד אינו), während er in Wirklichkeit lediglich das Urtheil des Juchasin, aber ganz kurz, reproducirt. Basnage, histoire de juifs, Lm. IX., Cap. X., führt die alte Sage an, nach welcher Maimonides in seiner Jugend, von einer Stiefmutter misshandelt, dem Hause seiner Eltern entflohen und in das Haus des R. Joseph Halevi geeilt sei, der ihn liebreich aufgenommen und sein Lehrer geworden wäre. Basnage hält und dann weiterhin in derselben Mischna: וזד ג״כ קבלד בידי מאבי שקבל מרבו ן״ל♦ Also das erste Mal stützt sich Maimon auf ein von ihm gefundenes und genau erörtertes (שעמד על) schriftliches Gutachten eines babylonischen Schulhauptes (Gaons), das zweite Mal spiicht er zwar von einem seiner Lehrer, aber ohne Nennung seines Namens. ג) Was für ein Responsum Juchasin meint, giebt er nicht an; so weit uns M.’s Responsen zugänglich sind, habe ich solches nicht gefunden. Vgl. vielmehr die Samm- 1uDg פאר הדור No. 7: ורבינו יוסף הלוי דל מנע לכתיב את הגט בכתיבה הדדא ובו׳; ferner ibid nto. 145: ודבר זה פירשו רבינו יובף הלו־ זציל פירוש מבואר בפירוש שבועות שלו וביי; aus welchen Stellen gerade M.’s persönliche Unbekanntschaft mit R. Joseph hervorgeht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.