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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 64

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720947--63-2723764
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I 60 (Rabbinatsgericht) des R. Jizchak, Verfassers der Halaehot1), zu geschehen, ebenso im Bet-din seines Schülers R. J oseph Halevi und aller seiner Nachfolger, und ebenso verfuhren auch wir in Egypten, um solche Ehen zu gestatten.“ Was nun bei dieser ganzen Auseinandersetzung Maimuni’s hier an dieser Stelle am meisten interessirt, ist der Umstand, dass Maimonides nicht der Erste war, der bei einzelnen halachischen Bestimmungen der Ansicht war, dass dieselben nich t als wirkliche Ausflüsse der altjüdischen Tradition aufzufassen seien, sondern dass darin nur die damals herrschende und verbreitete Volksauffassung sich abspiegelten. Vielmehr dachten sch on Alfasi und viele seiner Zeitgenossen und Nachfolger so und verfuhren danach. Es wird uns das im nächsten Abschnitte, wo wir über die Stellungnähme Maimum s dem Aberglauben gegenüber zu sprechen haben werden, theilweise zu Statten kommen 2). Aus den Schlusszeilen dieses Responsums des Maimonides haben wir noch etwas über das Verhältniss Maimonides’ zu R. Joseph Halevi zu lernen, denn obschon wir es mit Maimonides erst im nächsten Abschnitte zu thun haben, wollen wir doch, da diese תשובה hier angeführt werden musste, auch diese Besprechung hier nicht weglassen. Es ist jetzt ziemlich, wenn vielleicht auch nicht allgem ein b ekannt, dass Maimonides nicht, wie Viele glaubten, der unmittelbare Schüler des R. Joseph Halevi Ibn- Migasch war, sondern nur aus dessen Schriften geschöpft hat. Beiläufig kann man das auch dieser Stelle (ich meine die Schlusszeilen des Responsums) entnehmen: ״ebenso geschah es im Bet-din des R. Joseph Halevi und aller seiner Nachfolger und ebenso verfuhren auch wir etc.“; es müssen also mehrere Geschlechter von R. Halevi bis zu Maimonides vorübergegangen sein. Der Irrthum vieler Chronisten entstand wohl daraus, dass auch manche ראשונים von Maimonides als von einem unmittelbaren Schüler des Ibn-Migasch sprachen. So z. B. ]ר״ im zweiten Capitel im שבועות (in der mir vorliegenden Aus- 1J Das ist eben R. Jizchak Alfasi (רי״ף). 2) Hierher gehört auch die Art, wie sich R. Alfasi und seine Gesinnungsgenossen manche dunkle mystische Agadot zurechtlegten, sie hielten solche Erzählungen nicht für wirklich Erlebtes, sondern für Traumgesichte (S. Gutachten des R. Alfasi No. 314 והאי מעשה דאיתמר (אצל ר׳ בנאה מציץ מערתא) בחלום ראה ולא במראית העץ). Vgl. Rapoport, Biographie des R. Chananel, Note 14.

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