Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1883
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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52 hält Bemerkungen über Schiur Koma (Maassbestimmung des göttlichen Wesens): ״Es sei fern von uns,“ heisst es dort, ״anzunehmen, R. Ismael hätte diese Dinge aus sich selbst herausgesagt, wie kämen solche Vorstellungen in den Geist eines Menschen? Ueberhaupt lassen sich ja diese Aussprüche buchstäblich nicht nehmen, die mit Schrift und Vernunft in Widerspruch sein würden, da sie die Körperlichkeit Gottes lehrten. Allein es sind das tiefe, mysteriöse Geheimnisse, die nur durch Inspiration erlangt werden können“1). Der zweite Theil spricht von gewissen Lineamenten, deren Kenntniss in Gelehrten kreisen traditionell sei, und durch welche man die Würdigkeit der Adepten der esoterischen Geheimlehre erkennen könne. Beides ist schon oben, gestützt auf das Zeugniss des Nachmanides, im Namen des R. Scherira erwähnt worden. Allein S. Sachs, der schon einige Jahre früher, ehe die Responsen- Sammlung ed. Lyck erschienen war, dasselbe Gutachten von Steinschneider, der es aus einer Handschriften-Sammlung in Oxford copirt, erhalten hatte, meint, dieses Gutachten sei trotz des Zeugnisses des Nachmanides nicht von Scherira, sondern von Hai*. Sein Hauptbeweis ist ein von Geiger in Nite Namaium S. 17 aus dem Arabischen ins Hebräische übersetztes Gutachten des Maimonides, in welchem vom ״Fragesteller“ das Responsum von Schiur Koma auf R. Hai zurückgeführt wird. Die Früheren, meint Sachs, wussten so Etwas immer besser, als die Späteren. Der Irrthum des Nachmanides komme wahrscheinlich daher, weil dies Gutachten — wie dies in den letzten Lebensjahren Scherira’s immer der Fall war — auf Vater und Sohn lautete, weshalb Nachmanides meinte, es stamme vom Vater, es sei aber in Wirklichkeit vom Sohne. Soweit Sachs. Nun, der Grundsatz, dass die Früheren die Quellen besser kannten, als die Späteren, hätte wohl bei gleich berühmten Persönlichkeiten etwas für sich, nicht aber wie hier, wo ein obseurer Fragesteller2) einem Manne wie ב) Da mit Ausnahme des R. Saadia Keiner von den Geonim gewagt hatte, an die Echtheit des Schiur Koma zu zweifeln (es widerstrebt ihnen zu glauben, dass irgend Jemand sich herausgenommen haben sollte, so heilige Dinge zu fälschen), so mussten es tiefe esoterische Geheimnisse sein. 2) Maimonides selbst, der die Sache als absurd und heidnisch schlechtweg abweist, ist auf die geschichtliche Entstehung des angeführten Gutachtens gar nicht eingegangen. Er sagt bios : איני רואה כי הוא מן החכמים דל וחלילה להם וכר, וכריתת זכר זה הספר מצרה