Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1883
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2720904-2720947--46-2723747- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
45 halten•1)׳,, eine Stelle, die ihre Ergänzung• und Erläuterung erst in dem. kleinen Hechalot erhält, wo die Pforte der sechsten Halle also beschrieben wird, dass sie den Anschein erweckt, als sähe man da hunderttausend Myriaden Wasserwogen beisammen, während in Wirklichkeit nicht ein einziger Wassertropfen vorhanden ist, vielmehr sei es nur der Lichtreflex, der mit den feinsten־ Marmorsteinen gepflasterten Halle, der diesen Wasserschein in der Luft erzeugt. — Wenn nun weiter berichtet wird: ״Ben Asai schaute und starb“, so kann das einfach heissen, dass gerade seine Zeit gekommen war, das Zeitliche zu segnen2). Wenn ferner gesagt wird: ״Ben Soma schaute und ward ergriffen (verletzt), so bedeutet dies, dass er durch die furchtbaren Eindrücke, die en bei: diesem Schauen empfangen und die sein Intellectus nicht z;u ertragen vermochte, geistig gestört ward, wie es in einer anderen Barai'ta dort heisst: R. Josua sagte zu seinen Schülern: ״Ben. Soma ist schon draussen“3), was sagen will, er habe den Verstand verloren. Wenn weiter berichtet wird: ״Acher beschädigte!) Was die. neuere Forschung über diese Stelle sagt, darüber vgl. meines Bruders, M. Joel’s ״Blicke.in die Religionsgeschichte“, S. 162—168, wo auch Graetz (Gnosticismus und Judenthum), Levy (Art. מים) und Neander (Genetische Entwickelung der gnostischen Systeme) angeführt werden. R. Hai hält sich aber lediglich an die Hechalot. 2) In seinem Streben, zu vereinfachen, geht Hai vielleicht zu weit. Er konnte ja auch erklären, dass Ben Asai zwar nicht, wie Ben Soma, geistig gestört ward, dass aber die Ueberanstrengung des Denkens oder ״Schauens“ ihm doch an’s Leben ging. Möglich aber, dass er das wirklich meint, sich aber euphemistisch ausdrückt, nach dem Vorgänge des Talmuds־ selbst, der auf den Tod Ben Asai's *den Psalmvers 116, 18 anwendet. — Soeben kommt mir ein Artikel von Kaempf in Frank el’s Monatschrift zu Gesicht, in welchem nachgewiesen wird, dass Ben Asai zu den zehn Märtyrern (עשרה הרוגי מלכות) gehört. Es fehlt mir augenblicklich die Müsse, über den ganzen Artikel, namentlich über die dort aufgestellte Hypothese, die ganze Baraita ארבעה נכנסו לפרדס in einem politischen Sinne aufzufassen, ein Urtheil abzugeben. (Frankel hat in einer Anmerkung daselbst auf die Momente, welche dieser Auffassung entgegenstehen, schon hingewiesen). Doch könnten jedenfalls dann die Worte עזאי הציץ ומת p, nicht, wie der Gaon meint, von einem natürlichen, sondern von einem gewaltsamen Tode reden, welchen die Rabbinen einer Versündigung desselben bei seinen zu weit gehenden Forschungen zu schreiben, was aber bei R. Akiba, der auch in seinen Forschungen sich innerhalb der Schranken des Glaubens gehalten, nicht der Fall sein konnte. 3) זומא בחוץ P כבר: In unseren Talmud-Ausgaben זומא מבחוץ p ״ ,עדייןBenSoma ist noch draussen“. Dieses Draussensein, מבחוץ, wird von meinem Bruder a. a. O. (S. 163) erklärt :.״Bei den Chizonim, Häretikern“ (Demnach kann auch בן זזמא הציץ ונפגע erklärt werden :.Ben Soma schaute und blieb nicht unversehrt; sein Glaubenssystem litt insofern Schaden,, alser auch unjüdische Ideen in sich aufnahm).