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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 46

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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IRI
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42 Dir ist selbst bekannt, dass es nach der Ansicht vieler Gelehrten Mittel geben soll, um nach entsprechenden Vorbereitungen, wie Fasten, Beten u. dgl., eine Art von mystischer Wanderung durch die himmlischen Hallen antreten zu können, worunter eigentlich eine Art geistigen Schauens und Sichvertiefens zu verstehen ist. Es giebt zwei specielle Barai'tot, in welchen das von Tanaim vorgetragen wird, das grosse und das kleine Buch Hechalot (היכלות רבתי וזוטרתי)♦ Auf dieses geistige Schauen bezieht sich auch die Talmudstelle von den Vier, die in den Pardes eingegangen sind. Der Erzähler vergleicht die himmlischen Hallen mit einem Lustgarten und legt ihnen diesen Namen bei, ebenso spricht er von den vier Männern, von denen er glaubt, dass sie den Thronwagen geschaut und sich im Geiste in die himmlischen Hallen versetzt glaubten, als seien sie wirklich in den Pardes eingegangen. Alles das ist aus der Stelle selbst klar zu erkennen, erstens da der Bericht dieser Baraita (von der Redaction des Talmuds) gerade derjenigen Mischnah angehängt worden, die von der Geheimlehre der Merkaba spricht (!ולא במרכבה כיחיד אא״כ הי׳ חכם ומבי מדעתו)♦ Dann aus der Warnung, die R. Akiba seinen Genossen giebt, dass sie, wenn sie (in ihrem Schauen) an eine Stelle gelangen würden, die einen klaren, weissen Marmorschimmer verbreitet, sich nicht beirren lassen sollten, das für Wasser zu sisdien Forschungen vertieften und zu verschiedenartigen Resultaten gelangt, ja bis auf R. Akiba theilweise auf Irrwege gerathen sind. Darauf erwidert der Gaon: Dir ist ja selbst bekannt, dass die Möglichkeit einer mystischen Wanderung durch den Pardes selbst unter Gelehrten verbreitet ist, und dass die Anschauung schon zur talmudischen Zeit geherrscht haben muss, dafür zeugen zwei specielle Barai'tot, die eben von den Hechalot sprechen; ausserdem fehlt es in der Talmudstelle selbst nicht an Andeutungen, dass die Sache mystisch aufzufassen sei, es wäre also nicht im Sinne des Autors dieser Baraita, wenn wir sie rationell erklären wollten. — Man ersieht daraus, dass wenn die Bücher Hechalot nicht existirt hätten, oder wenn R. Hai sich hatte entschlossen können, dieselben für unecht zu halten, er wohl die Talmudstelle trotz der vermeintlichen Andeutungen rationell erklärt hätte. Bemüht er sich ja, manche andere Talmudstelle, selbst auf gezwungene Weise so zu erklären, dass das Wunder verschwindet und der Vorgang ein natürlicher wird (s. Rapoport a. a. O., auch Aruch Art. דל). Freilich meint Rapoport, dass Hai bei principiellen Sätzen sich mehr Reserve auflegte, allein unsere Baraita ist eben durch die Stütze der Hechalot zu einem Princip erhoben worden. (Ich bemerke noch, dass in תשו, הגאונים, ed. Lyck, No. 99 statt ושמא תאמר die Worte stehen: ״ ,ושמא אתה יודעvielleicht ist auch Dir bekannt‘‘, was viel einfacher ist).

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