Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1883
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
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38 es liege in der Möglichkeit, dass Gott solchen Gerechten Wunder thun könne, die den Zeichen der Propheten gleichkämen. Die Anderen behaupten, dass die Wunder (auch bei den Propheten) nur zu dem Zwecke geschehen, um Denjenigen, die im Auftrage Gottes sprechen, als sicheres Wahrzeichen zu dienen, dass Gott sie wirklich geschickt hat. Deshalb können ja auch grosse Naturerscheinungen, obschon wir von denselben überzeugt sind, dass sie lediglich von Gott ausgehen, nicht als Wahrzeichen für Propheten gelten, sobald sie Gott einmal den Naturgesetzen einverleibt hat. Ein Wahrzeichen für Propheten kann nur in einer Aenderung der Naturgesetze bestehen, und zwar in einer solchen, die kein geschaffenes Wesen, sondern nur Gott allein bewirken kann. Wolltest Du nun sagen: Gott thue auch den ausserordentliehen Gerechten (צדיקים גמורים) ähnliche Zeichen, um ihre Gerechtigkeit in der Welt anerkennen zu lassen, so könnte es Vorkommen, dass viele solcher Gerechten in der Welt wären und die Zeichen und Wunderthaten sich dann mehrten, so dass sie fast als mit zu den Naturgesetzen gehörend der Welt erscheinen, da ja immer nur die Seltenheit der Wunder das Erstaunen wachzurufen pflegt. Um aber auf Eure Angaben zurückzukommen, dass verschiedene Männer Euch von Wunderthätern erzählt haben, so wird ja häufig noch Unsinnigeres erzählt, z. B. dass durch das Aussprechen eines Gottesnamens ein längst Verstorbener wieder aufgelebt ist; wenn man ihnen dann hart zu Leibe geht, schämen sie sich doch, bei solchen Zeugnissen zu beharren; welchen Beweis liefern also solche Berichterstatter? Was Ihr aber anführt, dass Mar Natronai‘, wie es in Frankreich traditionell sei, aus Babylonien auf eine mystische Weise dorthin gekommen wäre, so war es vielleicht ein Betrüger, der sich für Natronai ausgab. Hätte man Mar Natronai je dergleichen nachgesagt, so wäre es auch uns hier nicht verborgen geblieben, aber wir haben nichts dergleichen von ihm gehört. Von einem Anderen, einem gewissen ר, משה הכהן ist allerdings gehört worden, dass er sich mit Amuletten, Besprechungen (קמיעות ולחישות) und dergl. befasst habe, doch haben schon unsere Vorfahren die Sache untersucht und gefunden, dass ein grosser Theil erlogen, der übrige derart war, dass die Dinge sich auf eine natürliche Art herstellen lassen. Derartig sind auch die meisten Kunststücke, die in der suranischen Jeschiba heimisch ״sind, was vielleicht dort ihre Nähe zu dem alten Babel und dem