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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 39

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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35 Talmudlehrer, theils um dem Unglauben nicht *Vorschub zu leisten. Mit der eben erörterten Frage hängt aber noch eine andere zusammen. Im Talmud Ghagiga 14b kommt die bekannte Erzählung von den vier Tanai’m vor, die in’s Paradies (oder Pardes) hinaufgestiegen, wie es ihnen dort ergangen und wie nur R. Akiba allein die Auf- und Zurückfahrt glücklich bestanden hätte. Mystiker fassten die Erzählung ganz buchstäblich von einer wirklichen Himmelfahrt und von den Gefahren, die sie dabei zu bestehen hatten, auf1). Rationalisten erklärten diese *Wänderungen oder Fahrten als freie Forschungen nach verschiedenen philosophischen Systemen, bei denen sie auf Abwege gerathen und nur Akiba allein mit dem wahren Glauben nicht in Conflict gekommen sei. Einen vermittelnden Weg schlägt R. Hai ein2); es sei allerdings nicht anzunehmen, dass diese Männer wirklich eine Art von Himmelfahrt angetreten hätten, vielmehr sei nur das Schauen ihres Geistes damit gemeint 3), andererseits sei aber *) Die buchstäbliche Auffassung war vielleicht auch eine Folge der damals aufgetauchten Pseudepigraphieen, wie die dem R. Ismael und R. Akiba zugeschriebenen Bücher über die himmlischen Hallen היבלות רבתי ודדכלות זוטרתי. An der Echtheit des Schiur Koma zweifelte zwar Saadia, wie wir eben gesehen, weil die Verkörperung Gottes gar zu schroff darin auftrat, so dass selbst Scherira die buchstäbliche Deutung ab wies, aber die Echtheit der übrigen Schriften wagte so leicht Keiner zu bezweifeln. 2) Was ihn dazu bewog, hier zu vermitteln und dass es seinem rationellen Sinne, besonders seinem kritischen Tacte alle Ehre macht, werden wir im zweiten Gutachten sehen. 3) Vgl. die von Aruch Art. אבן מנוגעת von R. Hai angeführte Erklärung -לא שהן פולין למרום אלא בהדרי לבן רואין וצופין כט־ן הסוכה ברוח הקדש זד, פי׳ רב האי גאון דל.. Rapoport, Bikure Haitim, R. Ha'1, Note 14, Ixält die Worte 'ולא שהן טולים למרום ובו für eine alte Baraita, wofür er aber gar keine Stütze hat; es ist offenbar die Erklärung Hai’s, was aber für dessen Freisinnigkeit zeugt, denn die Stelle aus Hechalot, die dort von Aruch citirt wird, kann, ohne die fortlaufende Interpretation Hai’s, auch viel mystischer gedeutet werden. Auch was Rapoport am angeführten Orte meint, dass diese Stelle auf Magnetismus und Somnambulismus hinweist (und es als eine Merkwürdigkeit ansieht, dass eine uralte Baraita schon die Kunst der Magnetiseure genau gekannt hat), ist unbegründet, vielmehr redet Hai von einer prophetischen Vision, die allerdings nur einen geringen Grad von Inspiration bezeichnet ממש pffH בעין ולא. Rapoport tritt hierbei mit sich selbst in Widerspruch, denn in seiner Biographie des R. Chananel, Note 14, sagt er: ״R. Hai hält das Schauen der nicht-prophetischen צדיקים für so hoch, wie es nach ר״ח nur das Schauen der wirklichen Propheten war*‘. Soll das der Somnambulismus sein und will er wirklich und ernstlich unter ״ בחדרי לבן רואיןdas magnetische Schauen durch die Herzgrube‘4 verstehen? Er würde alsdann statt des alten nur einen modernen Mysticismus predigen. — Nachträglich erkannte ich, was Rapoport zu 3*

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