Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1883
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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33 Märchen anzusehen und deren Glaubwürdigkeit zu verwerfen, dagegen an die Wunder der Propheten, namentlich wenn sie. in der heiligen Schrift ausdrücklich als Wunder ausgegeben werden, zu glauben. Ihre Beweise für diesen Unterschied entnehmen sie der heiligen Schrift selbst, denn da der wahre Prophet nach der Schrift sich durch Zeichen und Wunder bewährt, so muss es solche Zeichen und Wunder geben, die kein sterblicher Mensch, auch wenn er noch so sehr in die heilige Kunst der Mystiker eingeweiht wäre, bewirken kann, sondern nur Gott allein, der dadurch seine Diener, die Propheten, beglaubigt. Liesse sich aber annehmen, dass auch ein sterblicher Mensch eine solche Aenderung der Natur — und sei es auch durch Anwendung von Gottesnamen — bewirken kann, so hörte jede Beglaubigung eines Propheten auf. Denn man könnte ihm ja einwenden: Vielleicht hast du deinen Auftrag nicht von Gott erhalten, sondern da du in die Mysterien der Gottesnamen eingeweiht bist, so hast du vermittelst deü־ selben deine Zeichen und Wunder bewirkt. Daher dürfen auch, wo ein Prophet beglaubigt werden soll, es niemals solche Wunder sein, die irgend Jemand in der Welt, sei es durch heilige Kunst oder vielleicht durch Blendwerk u. dgl. hervorbringen kann; ebenso findet sich auch nirgends in der Schrift, dass ein Prophet sich eines Mysteriums, oder der Anwendung einer heiligen Kunst u. s. w. bei seinen Wundem bedient hätte, vielmehr, dass er einfach zu Gott betete, er möchte ihm beistehen, damit Israel und die Welt die Allmacht Gottes erkennen. So weit stimmen die Aufgeklärten unter den Geonim (unter diesen auch R. Hai*) alle überein. Es entsteht nun aber eine andere Frage. Soll die Grenze mit dem Abschlüsse der Propheten fest und strenge gehalten werden? Sollte es nicht möglich sein, dass durch die älteren Tanaim, die zwar nicht im Range der נביאים (Propheten), aber doch noch immer in dem der בעלי רוח הקדש (Männer des heiligen Geistes) standen, manchmal Wunder, und zwar nicht durch Vermittelung irgend einer heiligen Kunst oder eines Mysteriums, sondern einfach durch den Beistand Gottes geschahen? So wenn z. B. dem R. Chanina ben Dosa nachgesagt wirdאמרו עליו על ר, חנינא בן דוסא(MischnaBerachot 34^)> dass er gewisse Merkmale hatte, ob sein Gebet für Kranke bei Gott Erhörung gefunden oder nicht: müssen wir auch das ver- 3