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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 36

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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IRI
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32 nicht unbedingt zustimmen. Ich halte die Widersprüche gar nicht für so unausgleichbar und glaube daher, dass beide Responsen, sowohl das erste antimystische als auch das zweite in En-Jacob Chagiga über אר^עה נכנסו לפרדס citirte, dem R. Hai* angehören können 1). Doch müssen wir Einiges vorausschicken. Halten wir fest daran, dass R. Hai ein aufgeklärter und der Mystik nicht zugethaner Gelehrter war, dabei aber doch mit aller Pietät für Bibel und Talmud verfuhr. Das ersehen wir schon aus der nach dem Zeugnisse des R. David Kimchi von Hai gegebenen (Heft I dieser Abhandlung S. 32 angeführten) Erklärung über die Zauberin von En-Dor. Die Möglichkeit einer Todtenbeschwörung weist er entschieden ab, hält also die Frau für eine Betrügerin, kann aber doch nicht umhin, dem klaren Berichte der heil. Schrift entsprechend, anzunehmen, Gott sei diesmal ausnahmsweise dazwischengetreten und habe zur Ueberraschung der Gauklerin selbst den Samuel erweckt. Auf ähnliche vermittelnde Weise verfährt er oft. Gehen wir die beiden Responsen kurz durch. Das erste sogenannte antimystische Responsum ist eine Antwort auf die Frage, was von gewissen Leuten zu halten sei, die sich für Wunderthäter ausgeben, oder dafür ausgegeben werden, die die Kunst verstehen sollten, vermittelst auf bestimmte Art und zu bestimmten Zeiten auszusprechender oder aufzuschreibender Gottesnamen Ueber natürliches zu wirken. Die Hauptschwierigkeit bei der Beantwortung solcher Fragen machte nun die Geschichte der ,;Wunder“. Sollten sie allen Wunderglauben verwerfen, so würden sie gegen die Bibel verstossen. Sollten sie im Gegentheile allem Wunderglauben, selbst noch im Bezug auf die Gegenwart, zustimmen, so wäre dem Aberglauben Thür und Thor geöffnet. Sie kommen daher gewissermassen stillschweigend überein, alle Erzählungen von Wunderthätigkeit der Zeitgenossen, bewirkt durch die sogenannte heilige Kunst der Gottesnamen etc. -), für Erfindungen und 1) Ausgeschlossen ist freilich nicht, dass von beiden Parteien im Laufe der Zeit Meine Interpolationen je nach dem verschiedenen Parteistandpunkte gemacht worden sein dürften, allein hier ist vom Kern der Responsen die Rede. 2) Das ist die Kunst, die in späteren Zeiten von Kabbalisten und Chassidäern als von frommen Männern angewendet, für selbstverständlich gehalten worden und unter dem Kamen der praktischen Kabbala bekannt und verbreitet war, zur Zeit der Geonim aber •erst aufgekommen zu sein scheint. i

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