Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1883
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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31 Philosophie und gegen die Wissenschaften überhaupt strotzt, ein untergeschobenes späteres Machwerk sein müsse1). Wehn aber Graetz noch ein anderes Responsum als unecht ansehen zu müssen glaubt, indem er nämlich S. 410 sagt: Stammt dieses antimystische Responsum von R. Hai, so kann jenes, das im Commentar zu den Agadoth (En Jacob zu Chagiga II. No. .10) ihm vindicirt wird, ihm durchaus nicht angehören, weil darin der Mystik das Wort geredet und das Entgegengesetzte behauptet wird, dass Gott auch durch fromme Männer hat Wunder geschehen lassen לרביבו האי♦ ודשאילתון הא דתנו רבנן ד׳ נכנסו לפרדם—ודע בי דבר זה היה מקובל אצל הראשונים בי הקדוש ברוך הוא עושה אותות נוראות על ידי הצדיקים כמו שהוא עושה על ידי הנביאים• So widersprechen konnte sich R. Hai nicht und diese zwei Responsen können unmöglich einen und denselben Autor haben. Die Unechtheit des letzten Responsum ist übrigens aus dem Inhalte selbst ersichtlich. Es wird darin die Ansicht des R. Samuel Gaon angeführt und widerlegt, der, weil er viele nicht-jüdische Schriften gelesen, behauptet habe, nur durch Propheten thue Gott Wunder, aber nicht durch Fromme und Mystiker וכשצמח מר ר' שמואל גאון דל וכיוצא בו שהרבו לקראת בספרי גוים שאומרים אץ המראות הללו נראות אלא לנביאים — ומכחישים כל מעשה שנאמר כי נעשה בו נם לצדיקים ואמרו כי אין זה הלכה וכו♦ Dieser Samuel Gaon, dessen Ansicht hier getadelt wird, soll offenbar Samuel b. Chofni sein. Nun ist es undenkbar, dass R. Ha'i von seinem Schwiegervater so wegwerfend gesprochen hat. Dann hat R. Hai* das, was hier dem Gaon Samuel zum Vorwurf gemacht wird, sich selbst zu Schulden kommen lassen. Er selbst hat nicht-jüdische Schriften gelesen, sogar den Koran, und hat aus demselben und aus arabischen Traditionen die Erklärung schwieriger hebräischer Worte geholt.“ Und wenn andrerseits S. Sachs (י(45 ,התחיה um die Schwierigkeit der sich widersprechenden Responsen zu beseitigen, der Ansicht ist, gerade das wissenschaftliche antimystische Gutachten möchte vielleicht gar nicht von R. Hai*, sondern von R. Samuel ben Chofni oder seiner Schule herrühren 2), so kann ich allen diesen Ansichten ג) Vgl. auch Graetz in Frankels Monatsschrift, 1862, S. 57—40. Ueber Rapoports Versuch (Bikure Haittim R. Hai, No. 15), die Echtheit dieses Schreibens zu retten, soll noch gesprochen werden. 2) Vgl. Geiger, Zeitschrift 1862, S. 303, Anm. 3, der sich zwar die Entscheidung vorbehält, aber doch halb und halb Sachs zuzustimmen scheint.