Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1883
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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30 Mann, was schon aus seiner von mir im ersten Hefte dieser Schrift (S. 32) angeführten Erklärung der Begebenheit der Todtenbeschwörerin zu En-Dor deutlich hervorgeht1). Nur scheinen ihm die Ausschreitungen mancher Aufgeklärten seiner Zeit, die mit den abergläubischen Vorstellungen auch gewisse wirkliche Glaubenssätze verwarfen oder zu verwerfen schienen, grosse Besorgniss eingeflösst zu haben, und darum wollte er auch gegen Naivgläubige nicht zu schroff auftreten 2). Daraus erklärt sich sein Verhalten in mehreren oben citirten und in einigen anderen Responsen, die ich jetzt noch anführen will. 1. Im טעם ז?כים, Frankfurt am Main 1854, S. 543) findet sich* eine Anfrage an R. Hai' Gaon, was von den Berichten zu halten sei, die von gewissen Mystikern erzählen, dass sie vermittelst bestimmter Gottesnamen Gesetze der Natur verändern könnten. R. Hai erwidert darauf, dass er dergleichen Erzählungen für Märchen halte, denn wenn das möglich sein sollte, so würde ja die Schrift als Beweis für die Echtheit eines Propheten nicht angeben können, dass er sich durch Zeichen und Wunder bewähren müsse, wenn auch andere fromme Männer durch ihre mystische Kunst dasselbe sollten bewirken können. Die Echtheit dieses Responsums hat schon Graetz (Gesch. Bd. 6־ Note 2 S. 409—410) durch innere und äussere Momente fast bis zur Evidenz nachgewiesen und daraus richtig geschlossen, dass ein anderes dem R. Hai zugeschriebenes, angeblich an R. Samuel Ha-Nagid gerichtetes Schreiben, dessen Inhalt von Feindschaft gegen die ג) Auch aus dem von Aruch s. v. 2 דלא. citirten Responsum des R. Hai, in welchem . er sich bemüht, eine scheinbar auf Wunder basirte talmudisclie Erzählung natürlich zu erklären, erhellt dessen Freisinnigkeit, wie es schon Rapoport, Biographie des R. Hai, Note 13, hervorhebt. 2) Güdemann in seiner Schrift: ״Das jüdische Unterrichtswesen während der spanisch-arabischen Periode, Wien 1873“ bemerkt, indem er vom gaonäischen Dreigestirn (Saadia, Scherira und Hai) spricht, von R. Hai sehr zutreffend: ״Den philosophischen Studien war er selber nicht abhold, wie sich nach dem Bilde, das seine literarische Thätigkeit veranschaulicht, erwarten lässt. Nur war er nicht frei von Besorgniss vor den Gefahren, welche daraus der Religion erwachsen könnten“ (S. 24). 3) Edirt von R. Elieser Aschkenasi Tunensis. Dasselbe Gutachten hatte schon viel früher Senior Sachs in einem von Steinschneider aus Oxford gebrachtenManuscripte gelesen (ד״תחיה, Heft 1, S. 45). Der Kernpunkt dieses Gutachtens wird auch im Super- Commentar zu Ibn-Esra, Ohel Joseph von R. Joseph Tob-Elem, Exodus 3, 15, No. 23, citirt.