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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 33

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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29 Symbol des Segens angesehen wird, lässt sich hören; man hat sogar wohl oder übel dieses Symbol in dem Talmuclworte Erubin 65 a erkennen ' wollen: כל שאין יין נשפך בתוך ביתו כמים אינו בכלל ברכה In wessen Haus nicht Wein wie Wasser gegossen wird, ist der Segen noch nicht eingekehrt1 2). Allein wozu das Wasser in den Wein gegossen werden soll, ist nicht gut zu verstehen. (Das im Morgenlande gewöhnliche Mischen des Weines, damit er nicht zu stark sei (מזיגה) ist schwerlich darunter zu verstehen, denn das würde doch nicht erst hier besonders als Brauch angeführt werden); vielleicht geschah das, um das talmudisch verpönte unnöthige Vergeuden der Gottesgabe (des Weines) zu vermeiden oder wenigstens auf ein Minimum zu reduciren-). Noch Einiges, was die Geonim in Betreff der Gebräuche des Versöhnungsfestes bestimmen, wird im Excurs IV. erörtert werden3). Indem wir somit auf den Gaon R. Hai’, den letzten, aber auch (wenigstens nach seiner halachichen Bedeutung) grössten der Geonim wiederholentlich zu sprechen gekommen sind, so bemerke ich noch, dass die Stellung dieses Mannes zum Aberglauben eine ganz eigenthiimliche ist. Er an sich ist ein aufgeklärter!) Ich. sage ״wohl oder übel“, denn genau genommen spricht dort der Talmud nicht von einem Symbol des Segens, sondern von dem wirklich eingekehrten Segen, respective dem Ueberflusse; aber es ist doch immerhin eine Anlehnung. 2) Vgl. Ture Sahab Orach chajim, Caput 296, § 1 ע״ב נ״ל דיש למעט בחלק הנשפך, auch Magen Abraham ibid. לדידן צ״ל דדבר מועט אין קפידא♦ Darum scheint mir der Brauch bei den Geonim folgendermaassen gewesen zu sein: מתחלה הי״ שותים רוב הבום יין בלי תערובת מים ואח״ב ערבו בו מים ושתו עוד הפעם קצת ואח״ב שפכו, ומה קיימו ב׳ דברים אי הסימן ברבה, בי שלא היה ביזוי משקים, כי לא שפכו אלא קצת יין בתערובת מים. Vgl. Cliemda Genusa No. 39, wo der Gaon R. Natronai ausdrücklich sagt: ולהטיל מים בבום של הבדלה לאחר ששותהו כך אנו רנילים לעשות ובר. Ja, das ביזוי משקים veriiiieden sie so sehr, dass sie von dem Wasser, welches sie in den Wein gemischt, einen Theil übrig Hessen, um denselben als שיורי מצוד zu ihrem weiteren Verfahren zu benützen (also das reine Wasser, nicht einmal den mit Wasser gemischten Wein); vgl. ibid: ומה שנשתייר מהן מים מטילין על ידינו ומעבירין על פנינו כדי לחבב את המצוה. (Aehnlich מרדכי בשם הגאונים, Amfangs Joma, aus dem zugleich ersichtlich, dass die Fragesteller über alle diese Bräuche sich lustig machten, ,ומה ששחקתם ובו, weil sie ihnen als abergläubisch vorkamen: נוחשי נחישות אתם.) 3) Dort wird besonders hervorgehoben, dass die Ansicht der Geonim über das Kol- Nidre-Gebet vermuthlich mit ihrer Gesammtanschauung über ״Auflösung von Gelübden“ überhaupt im Zusammenhänge steht.

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