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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 32

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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IRI
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28 der Handfläche und der Nägel beim Segensspruche über das Licht am Ausgange des Sabbats1) erklärt er hier nicht'2), doch zufällig finden wir von ihm eine Erklärung darüber in einem anderen Responsum (s. שערי תשובה No. 103 3): ״Da man vor dem Segensspruche über das Licht am Ausgange des Sabbats erst einigen Nutzen vom Licht haben soll4), so wäre es unbequem, sich immer erst etwas herbeizuschaffen, was man bei Lichte besehen will, dagegen sind die Hände dazu am geeignesten, namentlich die feinen Lineamente der Handfläche, die man Abends nur bei Lichte erkennen kann; nebenbei haben wir von Alten gehört, dass in diesen Lineamenten ein gewisses Symbol des Segens enthalten sein soll. So ist auch noch Sitte, auf die Nägel zu schauen, die, wie man sagt, wegen ihres schnellen Wachsthums ein Sinnbild der Fruchtbarkeit seien5). Was ferner den Habdalabecher betrifft, wovon dem Wein, ״mit Wasser gemischt4‘, getrunken und dann ausgegossen werden soll, so findet sich, ausser bei den Geonim, meines Wissens, dieser Brauch nirgends erwähnt. Dass der überströmende Weinbecher zum Anfänge der Woche als hat. Der Vollständigkeit wegen sei noch Darke Mosche z. St. im Namen des Maharil angeführt, dass statt Vertheilens des Geflügels an Arme, Wittwen und Waisen, welches anständige Arme leicht geniren könnte, sich die löbliche Sitte eingeführt hat, ihnen lieber den Werth desselben in einer discreten Geldgabe zukommen zu lassen. (Vergl. Chaja Adam, der הלכות יה״ב כלל קמ״ד den Vorschlag macht, den ganzen Sühnact lediglieh auf eine Geldspende zu reduciren.!) Für den Ausgang des Sabbaths haben die Rabbinen einen Segensspruch über des Licht angeordnet, weil nach der Bibel (1. Mos. 1,35): ״Und Gott sprach: Es werde Licht und es ward Licht . . . und es ward Abend und ward Morgen ein Tag“ die ״Zeit“ der Schöpfung des Lichtes damit gefeiert wird. (Pesachim 54a.) Zugleich soll das Licht zu Anfang der Woche ״eine Vorbedeutung im guten Sinne“ sein. 2) R. Natronai sagt darüber, das Beschauen der Nägel findet sich in Pirke de R. Elieser (Cap. 20), trotzdem pflegen die Gelehrten es nicht mitzumachen (a. a. O.) R. Hai scheint aber nicht so zu denken. 3) Dass dieses Responsum von R. Hai stammt, bezeugt auch Tur Orach Chajim, Cap. 298 (▼gl. auch תשובת הגאונים ed. Lyck No. 49). 4) Vgl. Berachot 53 b. .אין מברכין על הנר עד שיאותו לאורו 5 ׳) In der schon erwähnten Schrift: ספר יצירה להערביאים או אבן החכמים von Dr. S. Robin, Wien 1874, S. 7, findet der Verfasser für das Beschauen der Nägel in Verbindung mit dem Becher eine Analogie in gewissen schon von Plinius berichteten altheidnischen Anschauungen. Die Begründung dieses Umstandes dahingestellt sein lassend, gereicht es uns schon zur Genugthuung, dass so fromme jüdische Gelehrte, wie R. Hai, sich bemühen, diesen Gebrauch auf schlichte, naturgemässe Motive zurückzuführen.

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