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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 31

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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27 deutung* zu vindiciren. Wie er jedoch alle die einzeln angeführten Bräuche in den Rahmen der ״Vorbedeutung im guten Sinne“ spannen will, hat er nicht deutlich angegeben. Das ״Schlachten von Hühnern vor dem Versöhnungsfeste nach Anzahl der Personen“ hält er vielleicht für ein Symbol der Fülle und des Ueberüusses, vielleicht denkt er aber auch an die Auffassung im vulgären Sinne als Symbol der Sühne (1 (כפרה). Das Beschauen ג) Dieser Brauch, von dem im Talmud sich nichts findet, scheint überhaupt schon in älteren Zeiten in verschiedenen Gegenden verschieden geübt worden zu sein. So heisst es in der Sammlung שערי תשובה No. 299 im Namen des R. רב ששנא גאון דל ״Warum gerade am Rüsttage zum Versöhnungsfeste Hühner geschlachtet werden?“ Nun vielleicht, weil dieses Geflügel im Hause am häufigsten gefunden wird, es giebt aber auch reiche Leute bei uns, die einen Widder vorziehen zum Zeichen der Erinnerung an das Isaacsopfer, es hat sich eben bei diesem Brauche noch nichts Festes herausgebildet (לא דבר קבוע הוא). Wir haben aber hoch einen andern Grund gehört, dass nämlich der Hahn auch einen Namen führt, der an den Menschen erinnert (גבר) und er deshalb als Symbol der Sühne angemessen ist u. s. w. (Ich vermuthe vielmehr, dass man תרנגולים gewählt, weil diese nie als Opfer verwendet wurden, damit man nicht auf den Gedanken komme, es sei ein wirkliches Opfer; vgl. מג״א תר״ה םלן״ג♦ Raschi Sabbat 81b berichtet, und zwar ebenfalls im Namen der Responsen der Geoniin über folgenden Brauch: ״Einige Wochen vor dem Neujahrsfeste pflegten alle Bewohner des Hauses, Gross und Klein, in Blumentöpfe gewisse schnell wachsende Pflanzen einzusäen, und ein Tag vor Neujahr (also nicht vor dem Versöhnungsfeste) nahm Jeder die für ihn bestimmte Pflanze, betrachtete sie gewissermassen als Austausch für seine Person und sprach Sühnworte dabei.“ Man begnügte sich also damals mit einem vegetabilischen Organismus (nach Analogie 5 Mos. 20,19 כ״ האדם טץ השדה) und suchte nicht durchaus nach einem animalischen Organismus als Austausch und Sühne. Aber noch 200 Jahre nach dem Letzten der Geonim berichtet R. Salomon ben Aderet (Gutachten No. 396), dass er den in Rede stehenden Brauch von dem Schlachten der Hühner am ע״יב> aber lediglich für neugeborene Knaben, in Barcelona angetroffen, dass er ihn aber als gänzlich unjüdisch abgeschafft habe. Dagegen findet sich in der Sammlung Chemda Genusa No. 93 im Namen des R. National Gaon dieser Brauch als ein allgemeiner ganz ausführüch beschrieben und wird dabei bemerkt, dass die nach Anzahl aller Personen des Hauses geschlachteten Hühner an Arme, Wittwen und Waisen vertheilt werden, damit sie so eine Sühne für alle Hausbewohner sein mögen. Aehnlich, nur mit geringer Abweichung in der Sammlung שעדי תשובה in dem oben erwähnten Responsum des ר, ששנא גאון. Es ist mir unzweifelhaft, daks dem R. Ascher in seinem Berichte aus den תשו׳ הגאונים (Joma Cap. 8. No. 23), dem auch dessen Sohn im Tur Orach Chajim Cap. 605 gefolgt ist, gerade die letzte תשובה Vorgelegen haben muss, mit der jener Bericht ganz identisch ist. Der Schlusssatz des Berichtes, dass das geschlachtete Geflügel an Arme vertheilt werden soll, welches in dieser תשובה fehlt, ist vielleicht aus נטרונאי גאון genommen. Dagegen hat R. Salomon ben Aderet a. a. O. nur die kurze Notiz aus dem im Texte angeführten Responsum des R. Ha’i. Man sieht aus allenden angeführten Berichten, welche Unklarheit zu affen Zeiten über diesen Brauch geherrscht

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