Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1883
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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25 nusse, wie Wassertrinken, beginnen will. (תשו, הגאונים ed. Lyck No. 14). Aus diesem Responsum ist ein Dreifaches erkennbar: 1) der Gaon kennt den mystischen Grund und doch sagt er zu Anfang, dass wir den Grund dieses Brauches nicht wissen, aber ihn doch nicht unbeachtet lassen mögen, eben weil es ein einmal eingeführter jüdischer Brauch sei; 2) dann erwähnt er auch des mystischen Grundes, natürlich nur als eines hypothetischen; 3) er kommt aber bald auf einen viel schlichteren, weniger mystischen Grund zurück. — Bemerken will ich noch, dass das obige Responsum nach dem Zeugniss des Ibn-Esra (citirt im Darke Moscheh zu Tur Jore Dea 116. No. 5) dem Gaon R. Hai anzugehören scheint. Im Namen anderer Geonim berichtet jedoch Ibn-Esra, dass solcher Aberglaube in Israel abzuweisen ist (כי־ לא כחש ביעקב), die Alten hätten blos beabsichtigt, das Volk zu ermahnen, beim Beginn jedes neuen Zeitraumes, also auch beim Beginn jeder Tekufa, bussfertig in sich zu gehen, an seine Abhängigkeit von Gott zu denken, damit der Herr es vor jedem Uebel in diesen Zeiträumen bewahren möge. (Vergl. auch Ture Sahab z. St.) Noch aus anderen Responsen erkennen wir, dass die Geonim an einen einmal stehenden Brauch nicht gerne rütteln, selbst wenn sie innerlich dem mystischen Grunde desselben nicht geneigt sind. So sehen wir (תשו הגאונים ed. Musaphia-Lyck, S. 7. No. 8) in einem dem R. Hai zugeschriebenen Responsum, dass der Fragende eine ganze Reihe von Gebräuchen zusammenstellt, die in vielen Gegenden zu bestimmten Festzeiten üblich sind und die einen mystischen Anstrich haben, und fragt, wie es damit zu halten sei. So z. B. dass man am Neujahrsabend von einem Hammelköpf (ראש כבש) isst, am Rüsttage zum Versöhnungsfeste Hühner nach Anzahl der Personen des Hauses schlachtet, dass man am Ausgange des Sabbats bei dem Lichte der Habdala die Handfläche und die Nägel beschaut1), dass man in den Habdalabecher etwas Wasser giesst, davon trinkt und dann abgiesst. Er bittet um Belehrung. R. Hai' erwidert: ,.Es sieht das allerdings wie eine mystische Vorbedeutung (נחש)'aus, allein es ist eine im guten ist wohl ein Druckfehler und muss heissen בפנינו ובצפרנינל In unserer Ausgabe (ב בכפינו דבצפרנינו.