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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 28

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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24 #. Bei vielen Geonim erkennt man das Bestreben, selbst da wo sie Mystisches vortragen, es nicht wie die späteren Kabbalisten als etwas Festes und Positives, sondern nur als etwas, was von Manchen behauptet worden, hinzustellen, wobei aber immer dem gesunden Menschenverstände verstattet bleibt, beliebig darüber zu denken. So wird z. B. ein Gaon angefragt, woher es komme, dass man in der Tekufa-Zeit!) (Zeit der Sonnenwende) sich des Wassertrinkens zu enthalten pflegt* 2), worauf er das Nachstehende antwortet: ״Obschon wir keinen Grund wissen, sollte man es doch nicht ganz unbeachtet lassen, da es sich einmal als Brauch in Israel eingeführt hat. Einige meinen, dass, da nach Ablauf jeder Tekufa (Sonnenwende) neue Engel als Aufseher eingesetzt werden, man nicht wissen könne, ob nicht für manche Menschen Ungünstiges daraus entstehe, gleichsam wie• man auf Erden bei einem Regentenwechsel immer zweifelhaft ist, ob Günstiges oder Ungünstiges für uns davon zu erwarten ist3). Noch Andere meinen, das Ganze sei rein symbolischer Natur und habe weiter nichts zu bedeuten, als dass man ein neues Quartal oder eine neue Tekufa nicht mit einem so geringfügigen Ge־ 1) Ueber den Tekufagebrauck, und zwar was über den mutkmaasslichen natürlichen Grund der Entstehung dieses Brauches sich sagen lässt, wie über die Wandlungen, die dieser Brauch in der praktisch-halacliischen Anwendung derselben durchgemacht hat, soll in den beiden nächstfolgenden Abschnitten F. und G., besonders aber im letzteren noch gesprochen werden. (Vorläufig verweise ich auf Landau’s ausführliche Note in seinem Aruch s. v. und auf אבן החכמים des Dr. S. Robin, Wien 1874, S. 63, Note 18). Dass die jetzige Berechnung der Tekufa keine astronomisch genaue ist, wussten schon die Casuisten (s. Gutachten des צמח צדק No. 14. besonders was er im Namen des R. Lippmann Heller anführt), doch wollten sie an den einmal bestehenden Brauch nicht rütteln. 2) להזבר בשעת התקיפה ist "wohl ein Abschreibe־ oder Druckfehler und mussheissen: להזהר. 3) Obschon dieser Grund mysteriös und superstitiös genug ist, so thut es doch wohl, zu sehen, wie der Gaon bestrebt ist, diese Mystik selbst ein wenig plausibel zu machen, während spätere Kabbalisten ungefähr denselben Grund in einer Weise vortragen, der man es anmerkt, dass ihnen das Abgeschmackte und fast Gotteslästerliche darin gar nicht zum Bewusstsein gekommen ist: ״Wenn die über die Welt gesetzten "Wachen bei jedem neuen Quartal (Tekufa) abgewechselt werden, so lässt es sich nicht genau abpassen — (wer kann das nicht abpassen — etwa die göttliche Vorsehung?) — dass auch in den Winkeln der Welt jede Spalte nicht einen Augenblick ohne Wache bleibt, und so kann es kommen, dass im Momente der Wachenablösung aus den Winkelspalten böse, schäd־ liehe Winde hervorbrechen u. s. w. (״Lechem Hapanim zu Jore Dea 116 im Namen des Reccanati und des Ziuni.)

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