Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1883
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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22 Moment geltend gemacht, als Engel hätten sie an Macht und Weisheit gewonnen, als Menschen seien sie aber ihren Menschengenossen näher geblieben, als die übrigen Engel, könnten sich viel eher in die Seelen der Menschen hineinversetzen, sich mit ihren Bedürfnissen vertraut machen und gute Fürsprecher für sie sein, oder auch sie ermahnen und belehren, wie wir das namentlieh bei Eiiah finden, und diese Doppelstellung sei es eben, was als ihre Erhöhung angesehen wird1). Man sieht, dass auf diese kabbalistischen Forscher fremde, nicht-jüdische Einflüsse, vielleicht ihnen selbst unbewusst, sich geltend gemacht haben. Zur Vervollständigung führe ich noch an, dass R. Mose Corduero im Namen einiger Kabbalisten in dem Vorgänge mit Eiiah einen Zweig der Metempsychose, genannt סוד ד.עבור, angedeutet wissen will. Methusalems Seele sei in Eiiah übergegangen, die Worte desselben: ״So wahr der Herr lebt, vor dem ich gestanden habe“ (I Könige 17, 1; 18, 15) wollen sagen: ״vor dem ich schon in meinem früheren Leben gestanden habe 2). Das ist’s, was ich über die Henochsage, die, wie es scheint, zur Zeit der ersten Geonim im Vereine mit ״Schiur Koma“ Verbreitung gefunden, dann aber auch, wie wir oben gesehen, mancherlei Abweichungen und Wandlungen erfahren, zu sagen hatte 3).!) Interessant für den, der in den Ideengang der modernen Kabbalisten genau eingehen will, ist die von ,של״ד Seite 46 aufgeworfene Frage, warum denn ein solches Murren und Staunen der Himmlischen entstand, als Moses die himmlischen Regionen betrat: ״Was will der Weibgeborene in unserer Mitte?“ (לילוד אשד בינינו Jlfc-Sabbat 88b), während doch ihr Haupt und Fürst Metatron selbst ursprünglich ein Weibgeborener war. Allein —meint של״ה — das Staunen und Murren betraf nur den Umstand, dass Moses, ohne seine Menschennatur auch nur im Geringsten abzustreifen, die. himmlischen Regionen betrat, während mit Henoch erst eine vollständige Metamorphose vor sich gegangen. 2) Pardes Rimonim 182a; Jalkut Reübeni 9b. Ueber Metempsychose überhaupt, und dass diese ganze Idee im älteren jüdischen Schriftthume keinen Boden hat. s. Excurs 1. 3) Abarbanel, der sonst manchmal mystische Neigungen hat, ist in diesem Punkte standhaft geblieben. Gewiss haben ihn die Erklärungen, dass in den Worten: ״Und er (Henoch) war nicht mehr, denn Gott hatte ihn genommen“ eine Vereinigung mit höheren Wesen angedeutet sei, schon in mannigfacher Gestalt Vorgelegen; er eignet sich dieselben an, streift aber alles Mystische davon ab und meint (nach dem Vorgänge Ibn-Esra’s), dass damit gerade der natürliche Tod des Gerechten, dessen Seele, vom Irdischen sich trennend, höheren Regionen einverleibt wird, bezeichnet worden sei. .(דיל שנדבקה נשמתו בעליונים ונפרדה מהנוף)