Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2720904-2720947--20-2723721
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

17 danke eines in einen Engel metamorphosirten Menschen vor, wofür sie allerdings ein schriftgemässes Beispiel gefunden hatten, nämlich den — namentlich nach der traditionellen Auffassung — im Buche der Könige berichteten sehr ähnlichen Vorgang mit dem Propheten Eiiah. Dafür aber, dass ein ursprünglicher Engel auf die Erde gekommen sei, als Mensch unter den Menschen gelebt, dann wieder zurück in den Himmel gefahren, um dort als einer der höchsten, vielleicht gar als der höchste Engel vor dem Throne Gottes zu fungiren, hatte das ältere jüdische Schriftthum nicht nur kein Beispiel gefunden, sondern auch gar kein Verständniss. Erst einigen sehr späten obscuren Kabbalisten war es Vorbehalten, auch diese unjüdische Idee in den Kreis ihrer Vorstellungen zu ziehen, und zwar in einer Weise, die, man möchte sagen, ihre Harmlosigkeit auszuschliessen scheint und darum den objectiven Beobachter an ihnen irre werden lässt. So findet sich im Jalkut Reubeni (Amsterdam 1700) f. 9 b eine Stelle, aus der hervorgeht, dass der Engel Metatron zur Erde stieg, hier als Mensch unter Menschen lebte, dann wieder von Gott in den Himmel gehoben ward. Es wird diese Legende dort nicht direct an Henoch, sondern an den Propheten Eiiah geknüpft, auch der Name Metatron nicht ausdrücklich genannt, allein gerade dieses Versteckensspielen macht mir die ganze Sache verdächtig. Ich will nun die Stelle in deutscher Uebertragung hierhersetzen: ״Eiiah der Prophet stieg in den Himmel, wie es auf solche Weise noch bei keinem Menschen vorkam. Merke dir nun etwas, denn ich habe in den Mysterien der Thora ein ganz wunderbares Geheimniss gefunden. Bei Eiiah findet sich der Name der Eltern in der Bibel nicht angegeben, es heisst nicht der Sohn des N. N.1), sondern Eiiah von den Bewohnern Gileads; man sagt nun, dass er schon früher einmal vom Himmel heruntergekommen wäre, unter einem Namen, der in den Mysterien der Thora bekannt ist, und auch später2) erschien er den Gelehrten an vielen Orten in der Gestalt eines Arabers oder eines Ritters, darum wundere dich nicht, dass sein Rang den aller Menschen überragt. Du könntest aber einwenden: *iVie sollte er alle diese Jahre in der Gestalt eines Menschen!) Im Texte פליט p ולא כתיב» was aber, ein Druckfehler ist, denn es muss wohl heissen ולא בת״ב בן פלוני• Später fand ich im Pardes Rimonim in der That פלוני p״ 2) Soll wohl heissen: ״nach der erfolgten Himmelfahrt Elias*1. 2

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.