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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 20

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
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16 So heisst es im Pseudo-Jonathan z. St. ופלח חנוך בקושטא ל,דם ד, והא ליתומי עם דיירי ארעא אדום אתכגיד ופליק לרקיעא במימר קדם ד׳ וקרא שמיד. מיטטרין ספרא דבא♦ Eder ist also die erwähnte Metamorphose schon ausgesprochen 1). Seitdem wurde dieser Gedanke in mancherlei jüdischen Schriften, besonders auch in der poetanischen Literatur öfters wiederholt 2). Doch kommt in allen diesen Schriften, selbst bei den in diesem Punkte am weitesten gehenden, nur der Ge- ג) Ueber Metatron, die Etymologie dieses Wortes, die Rolle, die Metatron in den talmudischen Schriften zugewiesen ist, wie über dessen Identificationen mit dem שר העולם, wobei hervorzuheben, dass auch der שר העולם (Weltfürst) nicht der gnostische Demiurg (Weltschöpfer), sondern nur ein geschaffener Engel ist, dem die Oberaufsicht über die Welt anvertraut worden, über alles das s. meines Bruders Schrift: ״Blicke in die Religionsgeschichte von Dr. M. Joel, Breslau 1880“ S. 124—128. 2) אופן) תקיף מטטרון שר, הנהפך לאש מבשר von ,שמחת תורד) vergi. Tosafot Jebamoth 16 a. und Chullin 60 a, den anderen von Tosafot dort angeführten Piutvers שר משרת נער נקרא — הוא מטטרון הנכבד והנורא, da es von demselben פייטן herzurühren scheint, habe ich in der von R. Josaja Berlin notirten Quelle יוצר לש״ת nicht gefunden (vgl. Levy Art. נער). Wenn jedoch in unseren Bibelausgaben auch Onkelos den Henochvers Genes. 5 23, folgendennassen überträgt: והליך חנוך בדחלתא וליתוהי ארי לא אמית יתיה , so scheint mir das Wörtchen לא später interpolirt worden zu sein. Von jeher schien es mir mit dieser Uebersetzung des Onkelos nicht ganz geheuer, denn, welchen Sinn sollten die Worte haben: ״Und Henoch wandelte in der Furcht des Herrn und er war nicht, denn Gott hat ihn nicht getödtet.“ Sollte er damit dasselbe haben sagen wollen, was das spätere Targum sagt: ״Und er war nicht mehr bei den Bewohnern der Erde, da er in den Himmel gekommen war,“ so hätte er wohl, da diese Idee, wie oben gezeigt, in der Zeit des Onkelos in den jüdischen Kreisen noch nicht verbreitet war, etwas deutlicher sprechen müssen. Ferner fiel mir auf, dass Raschi, Ibn-Esra u. A., die sich Mühe gaben, die veränderte Redeweise, mit der der Tod Henochs dargestellt wird, zu erklären, des Onkelos gar keine Erwähnung thun. Endlich fand ich, dass Tosafot Jebamot 16 b im Onkelos die Lesart hatte ,״ וליתוהי ארי אמית יתי' דUnd er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn getödtet“, und davon gerade den Beweis erbringt, dass Henoch gestorben sei. Luzatto in אוהב גר zur St. führt dieselbe Lesart aus der Sabionettaer Ausgabe an, von der er in der Vorrede angiebt, dass sie in Bezug auf Targum Onkelos die allercorrecteste sei (vgl. auch נתינה לגר von Adler). Damit erklärte sich das Stillschweigen der älteren Commentare, da sie in Onkelos nichts Abweichendes gefunden. Luzatto führt aber noch Ausgaben an, die statt וליחוהי das Wort ואיתור, י haben; auch Levy 1. c. s. v. אמית und אית führt diese Lesart an, die übrigens auch in R. Bachia vorkommt. Es tauchte daher in mir die Vermuthung auf, dass, nachdem das Wörtchen לא interpolirt worden war, manche Herausgeber, die sich das 'וליתוהי ארי לא אמית יתי nicht erklären konnten, ואיתוהי gesetzt haben, doch will ich das, so lange triftigere Beweise fehlen, durchaus nicht als positiv behaupten. Jedenfalls aber ist schwer anzunehmen, dass Onkelos ohne Weiteres im offenen Gegensatz zu den Worten der Schrift den Satz ואענו לי לקח אתו אלהים ״und er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn weggenommen,“ übersetzen sollte: איתותי ״ ארי לא אמית יתי' ד,und er war noch, denn Gott hatte ihn nicht getödtet.“

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