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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 16

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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12 war, verhielten sie sich meist abwehrend. So sagt selbst Scherira, der doch vielfach zum Mysticismus hinneigte und der es nicht wagte, die Echtheit dieser vermeinten alten Schriften einfach zu bestreiten, dass man sich doch bemühen müsse, solchen Dingen einen anderen als den einfachen Sinn beizulegen1). Dagegen wurde das, was ihnen als mehr harmlos erschienen war, von ihnen nicht abgewiesen, so z. B. der Glaube an die wunderbare Macht, sich unsichtbar zu machen2); in die Möglichkeit, die fernsten Räume zu überspringen3); an Geisterbeschwörungen4); an die Wunderkraft der Amulete 5), wie an eine Art von Chiromantie6) und ähnliche Vorstellungen waren in manchen Hochschulen שיוצרנו מרומם ומעולה חם ושלום מהיות לו אברים ומדות כפשוטן (ג (der Gaon Scherira 3n תשו'הגאומם ed. Lyck. N. 29). Beiläufig ist über den Gaon Scherira zu bemerken: Dieser,, der Vorletzte der Geonim, gehörte in halachischer Hinsicht zu den Hervorragendsten, von dem man sagen kann, dass er der grosse Vater eines noch grösseren Sohnes (Hai) war. Besonders berühmt machte sich Scherira durch das bekannte Sendschreiben an Jacob ben Nissim über die Reihenfolge der Saburäer und Geonim, welches gedrängt, aber lichtvoll ist, und ohne welches wir in den meisten Perioden dieses Theiles der jüdischen Geschichte ganz im Dunklen tappen würden. (S. Wallerstein hat dieses Sendschreiben Scherira’s als Dissertation mit lateinischer Vorrede und lateinischen Noten herausgegeben. Krotoschin bei Monasch, das Datum fehlt). 2) רואה ואינו נראה, Etwas, was in der talmudischen * Zeit noch gar nicht vorkommt. 3) Das im Talmud Chullin 91b in der Geschichte Jacobs als Legende vorkommende קפצה ליה ארעא, das noch eine andere Deutung zulässt, hat der Mysticismus in seiner Phantasie zu einer Art von Kunst ausgebildet. 4) Auch diese Exorcismen scheinen aus anderen Kreisen herübergekommen zu sein. 5) Das im Talmud vorkommende קמיע ist mit dem später aufgekommenen Amuletenwesen (wie wir im Abschnitt F. bei Maimonides erörtern werden) nicht zu identificiren. 6) מסרו חכמים אחד לחבירו הברת פנים וסדרי שרטוטים (R. Scherira 1. c.) Zwar bemerkt Graetz (a. a. O. S. 150), dass mit den Worten הברת פנים וסדרי שרטוטן nicht, {wie Rapoport, Biographie des R. Nathan. Note 32, irrthümlich meint) einfach die Chiromantie, sondern nur gewisse Kennzeichen angegeben werden, um die Würdigkeit eines mystischen Novizen oder Adepten zu constatiren. Und wer die Stelle in Scherira und in רמב״ן zu Gen. 5, 1. aufmerksam liest, muss Graetz Recht geben. Allein ebenso gewiss ist es, dass man ohne die in ausseijüdischen Kreisen ^damals allgemein verbreitet gewesene Chiromantie auf das הכרת פגים וסדרי שרטוטין bei den Geonim oder richtiger bei ihren apokryphischen Quellen nicht gekommen wäre. Vgl. damit die von Graetz citirte Stelle aus dem Zioni im Namen einer Hechalot-Handschrift nach Jellinek: Bet hamidrasch H, Einleitung p. XVII. Es scheint dieselbe Ausgabe zu sein, die sich hier in der Seminar- .bibiiothek befindet, nämlich: Cremona 1560 אמר לו שר הפנים לר, ישמעאל על שרטוטי, הפדחת והיד והכפות (Zioni 64a); also ״die Lineamente an Stirn und Hand“. Darum meine Bezeichnung im Texte: ״an eine Art von Chiromantie“.

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