Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1883
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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10 schütten. Wir werden einige Beispiele anführen, die auch insofern unser Interesse beanspruchen, als wir dabei gleichzeitig manche Irrthümer in Auffassung altjüdischer Religionsurkunden berichtigen wollen. Allein um uns hier nicht zu unterbrechen, behalten wir uns das für einen besonderen Excurs am Schlüsse dieses Heftes vor. (Excurs II. ״Verschiedenartigkeit in der Darstellungs weise der Geschichte des Aberglaubens oder der Geschichte der Hexenprocesse von einigen Geschichtsforschern neuerer Zeit“). Man glaube jedoch nicht, dass es erleuchteten Männern, wie Saadia u. A.. in der geonäischen Zeit von allem Abergläubischen sich abzuwenden, leicht werden musste, da sie unter den Arabern lebten und der in der talmudischen Zeit so mächtig gewesene persische Einfluss nachgelassen oder ganz aufgehört hatte. Die das meinen, vergessen, dass — wie schon Graetz in einer lichtvollen Auseinandersetzung in Frankels Monatsschriftl) nachgewiesen hat — gerade in der geonäischen Zeit eine neue Art Mysticismus auftauchte, veranlasst durch eine ganze Reihe apokryphischer Schriften, deren Inhalt man in das Judenthum einzuschmuggeln suchte, und es gehörte mehr kritischer Takt dazu, als jener Epoche eigen war, um sich durch die glänzenden, aber gefälschten Namen, die jene pseudepigraphischen Schriften an der Stirne trugen, nicht blenden zu lassen. Es waren das: a. Otiot de Rabbi Akiba, אותיות דרבי עקיבא (die mystische Bedeutung der Buchstaben des Alphabetes, zugeschrieben dem R.-Akiba). Dazu gehörte b. ספר חנוך das Henochbuch oder richtiger das Henochfragment) und c. שיעור קומה (die Maassbestimmungen des göttlichen Wesens): d. ספר היבלות דרבי ישמעאל (das Buch der himmlischen Hallen, zugeschriebeii dem R. Ismael), und zwar היכלות רבתי (das grosse Buch der Hallen) und היכלות זעירתא (das kleine Buch der Hallen) e. שר התורה ומעין החכמה (Fürst der Thora und Quelle der Weisheit); ausserdem noch einige Schriften über praktische Mystik, und zwar a. ספר הישר (das Buch Hajasch ar, ebenfalls dem obenerwähnten Tanaiten zugeschrieben; vielleicht wollte sich dieses Buch für das Josua io, 13 und 2. Sam. 1, 18 angeführte Buch ausgeben); b. חרבה דמשה (das Schwert Mosis) c.!) Achter Jahrgang, Leipzig 1859: ״Die mystische Literatur in der geonäischen Epoche“, S. 67. 103. 140.