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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 10

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
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6 Seine Erklärung der Begebenheit der Zauberin von En־Dor habe ich bereits in dem ersten Hefte S. 32 angeführt1). Ebenso habe ich Saadias rationelle Ansicht über die Schekalim und was Ibn-Esra daraus deducirt hat, im ersten Hefte S. 51 bereits erwähnt. Er geht oft sogar zu weit. So können wir z. B., wenn er in dem Satan bei Job einen Menschen verstehen will2), nur sagen, dass er der Schrift Gewalt anthut; viel einleuchtender w7äre es ja, diesen ganzen Prolog bei Job als bildliche Darstellung aufzufassen3 * * *). Allein jedenfalls erkennt man daraus das Bestreben ג) Bemerkenswertli ist, dass, während Saadia z. B. in der Geschichte Bileams viel freisinniger als der Gaon Samuel Ben Chofni (der Saadia desshalb auch angreift) und selbst als Ibn-Esra ist (s. des Letzterem Comment. z. St.), er bei der Begebenheit der Todtenbesckwörerin zu En-Dor im Gegensätze zu der sehr freisinnigen Anschauung des (allerdings späteren) Samuel ben Chofni eine vermittelnde Erklärung giebt, der dann auch der Gaon R. Hai beitritt (vgl. 1. Heft dieser Abhandlung a. a. O.) Wenn ich nicht irre, macht schon Schmiedl auf diese etwas auffällige Erscheinung aufmerksam, nur ist mir der Ort, wo er das ausspricht, augenblicklich entfallen. Interessant ist, was R. Bachia ben Ascher, der Mann, der oft zwischen Kabbala und Philosophie schwankt, ja sogar die damals junge Kabbala bisweilen in ein philosophisches Gewand zu kleiden versucht, bei Gelegenheit von אתון בלעם sagt: אם תשכיל בנסתר בענין הפרשה תמצא כי דבור האתון הוא כדבור הנחש ווה וזה לא מדעת עצמן כי אין להם נפש מדברת וכו׳ (Balak z. St.). * Hierzu vgl. man, was R. Bachia bei נחש sagt (1. Mos. z. St.): והנחש יש בו רמז ליצר הרע הוא מלשון מנחש כי הוא מנפה את האדם ומפתה אותו, ויאמר הנחש אל האשה, דברי יצ־*.הרע אל החומר ובו,. Ferner סמך הנחש אל האשד, לפי שהשטן נברא עמה והיא גוף של יצהיר . . . ובבר ידעת מאמרם הוא השטן הוא יצהיר הוא מלאך המות. Vgl. noch Nachmanides zu ותרא האתון את מלאך ה׳. Näheres Abschnitt F. 2) Siehe das Fragment von Saadias Job-Commentar bei Munk ״Notices sur Saadia Gaon“ Auf diese Erklärung Saadias spielt auch Ibn-Esra an, wenn er zu 4. Mos. 22. 22. sagt: בבר פירשתיו בספר איוב כי השטן הי׳ המלאך ודברי הגאון שהוא בן אדם לא מעלין ולא מורידין, auch führt Ibn-Esra diese Ansicht Saadias in Job selbst z. St. an und widerlegt sie. 3) Wenn neuere Erklärer die Worte der Schrift I. Chronik 21,1 ויעמד שטן על ישראל ויסת את דויד למנות את ישראל auf einen Volksfeind, also auf einen Menschen deuten, der hier Satan genannt wird (s. was ich im 1. Hefte S. 49, Note 3 von Brentano citire), so hat das nichts Auffälliges (obschon 2. Samuel 24,1 das Wort ויסת mit Gott selbst in Verbindung steht) und findet eine Analogie in 1. Könige 11,14, .ויקם די שטן לשלמה את הדד האדמי AllejSi der Prolog zu Job ist derartig, dass einer vernünftigen Exegese nur eines von beiden bleibt, entweder denselben als eine Allegorie anzusehen, oder in dem Satan einen Engel zu erkennen. Das einzige Argument Saadias, Satan könne hier kein Engel sein, denn bei einem Engel liesse sich nicht Neid über das Glück eines Menschen annehmen, wird hinfällig, wenn dieser Engel von Gott selbst zum öffentlichen Ankläger, gewissermassen zum Generalfiscal bestellt ist. (S. meine Schrift,. Midrasch Hasohar“ S. 383—394 und erstes Heft dieser Abhandlung S 114.) —

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