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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1883-01-01 · 1883 · page 8

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720947--07-2723708
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4 übergeht, sei es in Körper derselben Art oder in unvollkommenere Körper oder endlich in vollkommenere. Diese Lehre, ursprünglieh eine Versinnlichung des Unsterblichkeitsbegriffes, hielten seine Anhänger, die Judghaniten, fest, wie uns noch Saadia bezeugt“1). Gegen diese Erklärung der Worte Saadias polemisirt Rapoport in seiner Einleitung zu Hegion hanefesch ed. Freimann § 13. S. 52 und pflichtet der von Schmiedl in der Frankerschen Zeitschrift (der Jahrgang ist nicht angegeben) aufgestellten Conjectur bei, dass die Worte ממי שנקראים יהודים auf die Karäer sich beziehen. Saadia will demnach sagen: ״Ich fand .. Männer, die sich Juden nennen (obschon sie dies ihrem Wesen nach gar nicht mehr sind), d. h. also Karäer, die eine Wanderung der Seelen behaupteten. Diese Conjectur hat in der That viel für sich, und fand ich sie später in einer Schrift desselben Gelehrten (Studien über jüdisch-arabische Religionsphilosophie von Dr. Schmiedl, Wien 1869, im Artikel ״Gegen die Seelen- Wanderung“) wiederholt und durch Mancherlei begründet, namentlieh aber durch den Hinweis darauf, dass bei gewissen ״Alt׳* karäern“ der Genuss des Fleisches gänzlich untersagt war und dass auch bei den späteren Karäern die Schechitah als die Befreiung der Seele aus dem Thierkörper mit einem ganz besondern Nimbus umgeben ward, was Alles mit dem Seelenwanderungsglauben in Zusammenhang zu stehen scheint und seine Auffassung dieses Saadianischen Wortes plausibel macht. Doch hütet sich dieser bescheidene Gelehrte, die auch von ihm angeführte Fürst’sche Conjectur gänzlich abzuweisen, da ja — wie er selbst nach Scharastani berichtet — bei den Judghaniten das Verbot des Fleischgenusses noch bestimmter auftritt und ihre Hinneigung zu der Seelenwanderungstheorie sehr wahrscheinlich macht. Rapoport geht also offenbar zu weit, wenn er von dieser Auffassung Fürsts sagt ועכ״ם אין אמת ואין תבונה במה שרצה חכם אחד וכד, besonders wenn er den ganzen Bericht Scharastanis von dem Vorhandensein einer solchen Secte aus keinem anderen Grunde verwirft, als weil er in jüdischen Schriften Nichts davon gefunden und daher anzunehmen sei, dass dieser nicht-jüdische l) Nachträglich fand ich,' dass schon früher Jellinek in seiner gelehrten Schrift: ,,Moses ben Schem-Tol de Leon und sein Verhältniss znm Sohar“, Leipzig 1851, S. 14. Anm. diese Erklärung der Worte Saadias kurz andeutet.

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