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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1882-01-01 · 1882 · page 74

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1882
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 74)
Language
German
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IRI
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II Sprachforschung“, dem Seminaristen Dr. Kronberg zuerkannt. Derselbe hat zwar einen Bestandteil der Aufgabe, das Lexikalische in Raschi, gänzlich in seiner Arbeit übergangen, im Uebrigen jedoch alles Wesentliche mit Gewandtheit, Umsicht und Scharfsinn ermittelt und klar dargestellt, wobei überdies durch eine Anzahl neuer treffenden Bemerkungen die Erkenntniss dieses Gebietes in verdienstlicher Weise gefördert worden ist. Unter der Voraussetzung', dass der Verfasser die hier und da noch erforderlichen Verbesserungen in der Arbeit nachtragen wird, ist demselben der Preis zuerkannt worden. Am 7. Februar wurde im Seminar eine öffentliche Gedächtnissfeier für den verewigten Director Dr. Zacharias Frankel, gehalten, wobei Dr. Rülf mit der Gedächtnissrede einen Vortrag über Frankels Leistung auf dem Gebiete der jüdischen Theologie verknüpft hat. Am 26. Februar wurde zur Vermählungsfeier Sr. Hoheit des Prinzen Wilhelm in der Seminarsynagoge ein besonderer Gottesdienst gehalten. Der 22. März, der Geburtstag Sr. Majestät unsers Kaisers und Königs, wurde wie alljährlich mit einer gottesdienstlichen Feier begangen. Am 21. April wurde die Gedächtnissfeier für den verewigten Director Dr. Lesser Lazarus im Anschluss an die Todtenfeier des Pessachfestes gehalten, wobei Dr. Krakauer gepredigt hat. Der 26. Mai war ein Trauertag für das Seminar; an.demselben Tage starb Prof. Dr. Jacob Bernays in Bonn. Derselbe (geb. 1824, Sohn des Chacham Isak Bernays in Hamburg) gehörte als ordentlicher Lehrer des Seminars für die classischen Sprachen, für allgemeine Geschichte und jüdische Religionsphilosophie zu dessen ersten geistigen Begründern. Bernays hatte dazu beigetragen, dieser Lehranstalt in ihren ersten Anfängen die bisher eingehaltene Richtung vorzuzeichnen und ihr vermöge seiner Stellung in der wissenschaftlichen Welt Bedeutung zu geben, ]pr lehrte und wirkte am Seminar von seinem Entstehen 1854 bis März 1866, in welchem Jahre er den Ruf als Professor und Oberbibliothekar für die Universität Bonn erhalten hat. Vermöge seiner neidlos anerkannten und bewunderten Vertiefung in das classische Alterthum, seines nicht minder bewunderten, fein gemeisselten Stiles, seiner ausserordentlichen Belesenheit in der

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