Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 73)
- Language
- German
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Das jüdisch-theologische Seminar Fraenckelscher Stiftung begeht zum 27. Male den Todestag des verewigten Stifters, weiland Commercienrath Jonas Fraenckel. Es kann auch auf das abgelaufene Jahr mit Befriedigung zurückblicken, Die Zahl der an den Vorlesungen theilnehmenden Jünger hat nicht abgenommen, obwohl die Zulassung jüdischer Studirenden zu Staatsämtem in Deutschland den Zudrang zur theologischen Laufbahn in früherer Zeit bedeutend gemindert hat, und die Errichtung der auf Staatskosten organisirten Rabbinerschule in Ungarn im Jahre 1877, aus welchem Lande mit einer zahlreichen jüdischen Bevölkerung Jahr aus Jahr einStudirende der Theologie dem Seminar zugingen, eine starke Abnahme befürchten liess. Der jährliche Abgang der Candidaten, welche nach bestandener Prüfung in allgemeinen theologischen Fächern und im talmudisch-rabbinischen Fache mit der Berechtigung zum Rabbinatsamte ausscheiden, und solcher, welche freiwillig oder auf den Rath des Lehrercollegiums austreten, wird immer wieder durch neu eintretende ersetzt. Auch die Theilnahme der deutschen und ausserdeutschen Gemeinden an dem Seminar hat sich nicht vermindert. Sie hat sich bekundet durch die Wahl von Rabbinen aus den Jüngern des Seminars und durch die Zuweisung von Stipendien für mittellose Seminaristen. Am 27. Januar des Vorjahres, am Sterbetage des sei. Stifters sind 3 Candidaten entlassen worden: Dr. Baerwald, Dr. Biramf und Dr. Gaster, von denen der erste die Abschiedsrede gehalten hat. An demselben Tage mit Anschluss an die Gedächtnissfeier wurde der Preis aus der Joseph Lehmann’schen Stiftung für die Ausarbeitung des gestellten Bewerbungsthemas: ״Raschi und seine Stellung in der Geschichte der hebräischen