Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
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65 und es giebt für fhn nur Jahre von 352 bis 355 Tagen. Aus der weiteren Beantwortung: der bei derselben Gelegenheit aufgeworfenen Frage, weshalb man nicht 9 vollzählige oder 9 mangelhafte Monate einführen kann, lässt sich ersehen, dass man durch die berechnete Erscheinung der Mondsichel die wirkliche Erscheinung derselben controlirte, und zwischen Berechnung und Erscheinung nur eine Differenz, die nicht sehr auffällig war, duldete. Excurs VI. Zur Gemara Sanhedrin 41 b. 42 a. Rosch haschana 10 b., 11 a., 12 a. Berachot 59 b. Taanit 10 a. Die Gemara1) theilt im Namen des R. Jochanan mit, dass man allmonatlich ein Dankgebet für die Erneuerung des Mondes verrichte, welches man, wie weiter berichtet wird, nach einer Meinung bis zum 7. Tage, dem ersten Viertel, nach einer andern bis zum 16. Tage, dem Vollmond, sprechen dürfe. Jede der beiden Meinungen deutet den von R. Jochanan angewandten Ausdruck in ihrem Sinne. Es wird zugleich der Wortlaut des Segensspruches mitgetheilt, der beiläufig stehend gesprochen werden soll. Anderweitig berichtet die Gemara2), dass nach R. Eleasar’s Meinung die Weltschöpfung im Monat Tisckri, nach der R. Josua's im Monat Nissan stattgefunden habe. Dort3) wird ferner mitgetheilt, dass die Weisen Israels die Fluth (d. h. nach Raschids Erklärung die Jahre Noah’s und die Weltschöpfung) wie R. Eleasar, die Tekufot hingegen wie R. Josua rechnen. Die erste Tekufot Nissan war hiernach an dem Vorabend zu Mittwoch in der ersten Stunde (d. h. Dienstag Abends 6 Uhr). Nach der oben angegebenen Jahreslänge des Samuel fallt Tekufot Nissan nach 28 Jahren wieder auf Dienstag Abends um 6 Uhr. Man nennt einen solchen Cyclus den grossen Sonnencyclus, da die vier Tekufot sich in jedem Sonnencyclus in derselben Reihenfolge wiederholen. So theilen die Rabbanan mit4): Wenn man die Sonne in ihrer Wiederkehr auf demselben Punkt, von welchem sie zur Zeit der Schöpfung ausgegangen ist, erblickt, hat man einen vorgeschriebenen Segen zu sprechen. Auf die Frage: Wann ist das? antwortet Abaji: Alle 28 Jahre im Monat Nissan kehrt sie (die Sonne) zurück und es trifft die Tekufot Nissan unter der Herrschaft des Saturn am Abend des 3. zum 4. Tage ein. Es sei hier noch erwähnt, dass die Zeit, von welcher an ein Gebet um Thau und Regen in den täglichen Gebeten einzuschalten ist, von dem Eintreffen der Tekufot Tischri abhängig ist. Die Gemara5) theilt mit, dass man damit am 60. Tage, von der Tekufot Tischri an gerechnet, beginnt Excurs VII. Zu S. 27. Ueber Dämmerung, Zwielicht, Sternenauf- und Untergang und astronomische Berechnung des letzteren. Die Oberfläche der Erde wird vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang durch die von der Atmosphäre gebrochenen und zurückgeworfenen Sonnenstrahlen noch eine Zeitlang erleuchtet. Diese Erleuchtung wird Dämmerung (Morgendämmerung, Abenddämmerung) genannt. Man nimmt an, dass der Anfang der astronomischen Morgendämmerung und das Ende der astronomischen Abenddämmerung eintreten, wenn die Sonne 18 Grad unter dem Horizonte steht. Unter bürgerlicher Dämmerung versteht man die Helligkeit, bei welcher man Gegenstände deutlich erkennen kann. Der Anfang der bürgerlichen Morgendämmerung und das Ende der bürgerlichen Abenddämmerung treten ein, wenn die Sonne 6*/2 Grad unter dem Horizonte steht. Die Zeit für den Beginn 1j Sanhedrin 41 b., 42 a. Jerus. Talmud Berachot IX, 3. 2) Rosch haschana 10 b., 11 a. s) Rosch haschana 12 a. 4) Berachot 59 b. Jerus. Talmud Berachot IX, 3. 5) Taanit 10 a. 5