Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
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- Simlai 1× ep/1007159
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58 und nicht minder den ganzen weitschichtigen Geschäftsgang bei der jedesmaligen Festsetzung eines Monats kannte, der zugleich von sich rühmen konnte]), ihm seien die Himmelsbahnen eben so klar, wie die Wege seiner Vaterstadt Nehardea, der also genügendes astronomisches Wissen hatte, um es für die Zeitrechnung verwerthen zu können: als dieser Mar Samuel einst sagte2): ״Ich könnte eine wohlthätige Einrichtung in Betreff des Kalenders für die ganze Gola treffen, [d. h. die Unabhängigkeit von Palästina, herstellen], wurde ihm von Abba, dem Vater des R. Simlai, um seine Sachkunde auf die Probe zu stellen, eine scheinbar sehr einfache Frage, die aber im Kalenderrath von weitgehender Bedeutung sein musste, vorgelegt. Der Astronom Samuel wusste sie nicht zu beant- Worten. Abba fragte ihn nämlich: Ist Dir der im Kalenderrath gelehrte Lehrsatz über die Differenz zwischen dem Eintritt der Conjunction vor חצות oder nach diesem Zeitpunkte bekannt? Samuel sagte offen: nein3). Nun wohl, erwiderte jener, ebenso wie Du den Sinn dieses Satzes nicht kennst, so ist Dir gewiss vieles andere Hierhergehörige nicht bekannt. Ueber den Inhalt dieser Frage werden mehrere Hypothesen aufgestellt4). Wir müssen eingestehen, dass trotz derselben der Inhalt des Satzes für uns noch immer unklar bleibt. Samuel berechnete später einen nicht auf eine mittlere Berechnung der Bewegung der Sonne und des Mondes sich stützenden Kalender für 60 Jahre und sandte ihn an R. Jochanan 5) um diesen hervorragenden Mann in Judaea davon zu überzeugen, dass er für Babylonien ohne Rücksicht auf die Zeugen einen Kalender berechnen könne. Aber auch diese Rechnungen wurden nicht für richtig angesehen und an Samuel die Antwort gegeben, es sei eine für diese Zwecke ganz unbrauchbare Arbeit. Dass dem Mar Samuel die Versuche zur Einführung fester Zeitrechnung für Babylonien schlecht angemerkt wurden, geht überdies aus einer Stelle des jerusalemischen Talmuds hervor 6), woselbst erzählt wird, dass zwei Töchter des Samuel desshalb kurz nach einander starben, nicht etwa weil sie gelogen hätten, sondern wegen des Vergehens des Chananja, Neffen des R. Josua, d. h., weil ג) Berachot 58 b. 2) Roscli haschana 20 b. 3) Vergl. Excurs II, Schluss. 4) Von Sclnvarz ״der jüdische Kalender“ S. 31 zusammengestellt. 5) Chulin 95 b. 6) Ketubot II, 6.