Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1882-01-01 · 1882 · page 60

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1882
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 60)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2720904-2720949--59-2723676
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

56 folgende Losungsworte: ״David, der König von Israel, lebt ewig“ als Zeichen, dass Du es ausgeführt hast. Daraus geht hervor, dass man es mit der Zeugenaufnahme im Verhältniss zur Berechnung nicht so genau genommen habe, und dass man die Heiligung durch Stellvertreter auch an einem anderen Gerichtshöfe aussprechen liess. Von R. Juda ha Nassi wird eine Thatsache mitgetheilt*), aus welcher sich ergiebt, dass er als Maximum 8 vollzählige Monate im Jahre wie R. Huna annahm, und dass eine Berechnung stattfand. Einst hatte R. Juda ha Nassi im Jahre A, 9 mangelhafte Monate eingesetzt, und der Neumond wurde am Anfänge des Jahres (A+1) zur rechten Zeit am 29. Elul bald nach Sonnen- Untergang gesehen. Er sprach seine Verwunderung darüber aus, dass, obschon 9 Monate mangelhaft gewesen [wodurch das Neujahr um 3 Tage zurückverlegt wurde und der Neumond erst 3 Tage nach Neujahr hätte sichtbar sein sollen], der Neumond dennoch am Abend zum Neujahr gesehen wurde. Sein Sohn R. Simon erklärte die Erscheinung in einerWeise, welche R. Juda einleuchtete. Im vorhergehenden Jahre (A—1) waren nämlich 8 vollzählige Monate eingesetzt worden. Dadurch war der Neumond zu Tischri des Jahres A. 2 Tage vor dem officiellen Neujahr erschienen, ferner war das Jahr A. ein um einen 30 tägigen Monat verlängertes Schaltjahr gewesen. In Folge dessen musste der Neumond des Jahres (A+1) um einen weiteren Tag früher als das Neujahr traf, erscheinen. Also um jene 2 Tage und diesen einen Tag, in Summa 3 Tage, hätte der Tischri-Neumond des Jahres (A־f 1) früher als das officielle Neujahr traf, erscheinen müssen. Da aber das Jahr A. 9 mangelhafte Monate hatte, wodurch der Tischri-Neumond des Jahres (A+1) um 3 Tage nach Neujahr sichtbar sein musste, compensirten sich jene 3 Tage mit diesen 3 Tagen, und der Neumond musste am Abend zum Neujahr des Jahres (A+1) erscheinen, wie es thatsächlich der Fall war. Daraus, dass R. Juda dieser Erklärung seine Zustimmung gab, geht hervor, dass er 8 vollzählige Monate im Sinne des R. Huna angenommen haben muss, sowie dass eine Berechnung stattgefunden hat. Aus einem in der Gemara 2) mitgetheilten auf die Conjunction sich beziehenden Lehrsatz, der aber in Worten abgefasst ist, die!) Erachin 9 b. 2) Rösch haschana 20 b.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.