Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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53 der Sonnentage [d. h. wie die Länge des Sonnenjahres], so hat er 365 Tage das Nasiräat auf sich zu nehmen; sagt er: wie die Tage des Mondes, wie die Anzahl der Mondtage [d. h. wie die Länge des Mondjahres], so hat er 354 Tage das Nasiräat zu halten. Die Ge mar a1) fügt hinzu, dass dem Sprachgebrauche nach diese Zahlen darunter verstanden werden und auch die Jahre meistentheils diese Länge haben. R. Juda ha Nassi giebt ebenfalls die Länge des Sonnenjahres auf 365 Tage an2). Samuel giebt (S. 44) an, dass das Sonnenjahr 3651/4 Tag habe. Berechnung der Monatslänge und des Monatsanfangs. Die Mischna 3) giebt das Maximum und Minimum der mangelhaften und vollzähligen Monate, deren Anzahl in einem Jahre nicht überschritten werden darf, an. Der hier ausgesprochene Lehrsatz kann jedoch nur in solchen Fällen Anwendung gefunden haben, wenn irgend ein Hinderniss, etwa Zeugenmangel oder Witterungsverhältnisse oder eine politische Massregel, die allmonatliehe Beobachtung störte. Denn für die regelmässigen •Fälle war der Lehrsatz darum überflüssig, weil die empirische Beobachtung als einziges Mittel zur Bestimmung des Monatsanfanges in Gebrauch war, und eine Verschiebung des Monatsanfanges gegen die Erscheinung der neuen Mondsichel nur dann möglich gewesen wäre, wenn mehrere aufeinanderfolgende Neumondsbeobachtungen falsch gewesen wären — ein Umstand, der in diesem Zeitraum nicht wohl anzunehmen ist, weil der Gerichtshof mit Sorgfalt über das Zeugenverhör gewacht hat. Trat aber eine der oben erwähnten Störungen ein, und man wurde mit Hilfe einer Art von Berechnung, für welche man freilich noch nicht die Schärfe der späteren Zeit annehmen darf, in die Nothwendigkeit versetzt ohne vorhergegangene Zeugenvernehmung vollzählige oder mangelhafte Monate einzusetzen, so konnte, wenn die Zahl der vollzähligen oder mangelhaften Monate eine gewisse Grenze überstieg, eine allzu auffällige Zeitdifferenz zwischen der Erscheinung der Mondsichel und dem eingesetzten Monatsanfang eintreten. Und in der That ergiebt sich aus der Discussion zu dieser Mischna4), dass eine ב) Erachin 9 b. 2) Rösch haschana 6 b. Joma 65 b. Erachin 31b. 3) Erachin II, 2. 4) Erachin 9 a..