Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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52 Monate von Tischri bis Adar eben auf Grund der Zeugenaussagen so geordnet sein konnten, dass das Eintreffen des ersten Neujahrstages die in den letzten 7 Monaten von Adar bis Tischri fallenden Feier- und Fasttage gar nicht beeinflusste. Es konnte demnach z. B. der erste Tag Pessach sehr wohl auf Freitag treffen, ohne dass das Neujahr auf Mittwoch traf u. s. w. Es lässt sich somit aus den Fällen von 10—18 keineswegs mit Sicherheit folgern, dass man damals unsere jetzige Regel für das Neujahr nicht beachtet habe. Aus den Fällen von 1—9 wollen Mehrere diejenigen als Beweisstücke ausgeschlossen haben, die nur von einem möglichen, aber nicht wirklichen Eintreffen sprechen. Hingegen die beiden Fälle 5 und 8, wo von Thatsachen die Rede ist, liefern den Beweis, dass man zur Zeit der Monatsbestimmung durch bezeugte Sichtbarkeit des Neumonds auf die jetzt gütige Regel, dass Neujähr niemals auf Sonntag oder Mittwoch treffen könne, nicht achtete. Obschon die erwähnten Fälle nur von Neujahr am Sonntag und Mittwoch sprechen, so ist doch der Freitag auch dazu zu rechnen, weil dieselben Gründe, die den Mittwoch ausschliessen, auch für den Freitag gütig sind. Jahreslänge. Die Länge des Mondjahres hängt von der Anzahl der vollzähligen und mangelhaften Monate ab, die dem Jahre zugetheilt werden. Aus verschiedenen Zeiten werden verschiedene Angaben hierüber gemacht. So ist aus der (inExcurs V) angeführten Discussion ersichtlich, dass nach der Meinung R. Huna’s das Mondjahr 352, 353, 354, 355, 356, nach der Ulla’s nur 352—355 Tage haben konnte. Samuel giebt.zwar eine Länge von 352—356 Tage an, zeigt aber nur die Möglichkeit von 3 Jahresformen, die innerhalb dieser Grenzen liegen, an. Nämlich: bei 8 vollzähligen und 4 mangelhaften Monaten hat das Jahr 356 Tage, bei 8 mangelhaften und 4 vollzähligen hat es 352 Tage, bei 6 vollzähligen und 6 mangelhaften hat es 354 Tage. Dies würde in dem Sinne sein, wie R. Huna die Mischna1) zu erklären sucht, dass sowohl 8 voüzählige als 8 mangelhafte Monate im Jahre möglich seien. Die Tosefta2) theilt mit: Wenn Jemand sagt, er wolle so lange ein Nasiräer sein, wie die Tage der Sonne, wie die Anzahl ג) Erachin 8 a. 2) Nasir cap. I. citirt Erachin 9 b.