Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
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44 so meint Ulla, die Intercalation sei giltig, nur spricht man die Heiligung nicht für den neu eingesetzten zweiten Adar aus, sondern thut dies erst wieder für den nächsten Monat Nissan. Hat man den eingeschobenen Monat dennoch als zweiten Adar geheiligt, so erklärt Raba die Intercalation für ungiltig, während R. Nachman sie für giltig hält. Die Befürchtung Raba’s, dass dadurch ein Irrthum in Bezug auf die Feier des Pessachfestes hervorgebracht werden könnte, weist R. Nachman dadurch zurück, indem er annimmt, dass, da das Volk wisse, dass dies von einer Berechnung abhängig sei, Jeder sich das Resultat der Berechnung merken werde. 13. Da die nun folgende Voraussetzung der Intercalation von der Tekufa abhängig ist, so sei hier bemerkt, dass man unter Tekufa (eigentlich Sonnenümlauf) den Eintritt der Sonne in einen der Aequinoctial- oder Solstitialpunkte versteht. Diese vier Punkte bilden auch die Anfänge der vier Jahreszeiten. Es werden die Tekufot nach den Monaten benannt, in welchen sie der Regel nach erfolgen. Tekufat Nissan bezeichnet den Zeitpunkt des Eintritts der Sonne in das Sternbild des Widders (Frühling), Tekufat Tammus den Zeitpunkt des Eintritts der Sonne in das Sternbild des Krebses (Sommer). Tekufat Tischri den Zeitpunkt des Eintritts der Sonne in das Sternbild der Waage (Herbst) und Tekufat Tebet den Zeitpunkt des Eintritts der Sonne in das Sternbild des Steinbo.cks (Winter). Samuel giebt die Zeitdifferenz zwischen zwei auf einander folgenden Tekufot auf 91 Tage und 71/2 Stunde an. D. h.: die Länge des Sonnenjahres beträgt seiner Meinung nach 365 Tage 6 Stunden1). R. Juda theilt im Namen Samuels mit 2): Man intercalirt das Jahr nur, wenn die Berechnung ergiebt, dass Tekufat Tammus (das Sommerquartal) sich bis in den grösseren Theil des Monats Tischri erstrecken werde. Wie viel beträgt der grössere Theil? R. Juda meint 16 Tage. [Dann träfe Tekufat Tischri auf den 17. Tischri]. R. Jose meint: 21 Tage [wonach Tekufat Tischri auf den 2 2. Tischri fiele]. Beide leiten ihre Angaben aus der Deutung von Exodus 34,22 her, wobei angenommen wird, dass der Tag, auf welchen die Tekufat Tischri trifft, als Anfang derselben gezählt wird. Diesen Angaben werden anders formulirte Aussprüche derselben Autoren entgegen!) Eruhin 56. a. 2) Sanhedrin 12. b, 13 a.