Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
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4t Hinderniss ein, wodurch die Intercalation in Judaea unmöglich wird [z. B. wenn dort ein für die Intercalation genügend vorbereiteter Gerichtshof nicht zu finden ist], so darf man selbst ausserhalb Palästinas intercaliren. Es wird klargelegt, dass Jeremias, Jecheskel und Baruch ben Nerija ausserhalb Palästinas intercalirt haben. Auch Chananja, der Neffe des R. Josua, verordnete einst ausserhalb Palästinas die Intercalation und wurde darob getadelt. In einem der ihm zugesandten Briefe wurde ausgeführt, dass der Gerichtshof in Palästina zwar zur Zeit, als Chananja das Land verliess, noch ohne Bedeutung gewesen sei, inzwischen aber die zur Intercalation erforderliche Autorität erhalten habe. Dadurch verlören die Bestimmungen Chananja s ihre Giltigkeit1). 4) Man darf nur bei Tage intercaliren. Eine zur Nachtzeit erfolgte Intercalation ist ungiltig. 5) Die Rücksicht auf Schnee und Kälte2), welche die Wallfahrt nach Jerusalem hindern, oder die Rücksicht auf die Wallfahrer, die die Reise noch nicht angetreten haben, genügt nicht, um die Intercalation nothwendig zu machen. 6) Ebensowenig fällt bei der Intercalation der Umstand ins Gewicht, dass die Böcke, Lämmer oder Tauben noch zu jung und klein zum Opfergebrauche sind [da man sie ja auch jung opfern darf]. Doch ward er subsidiarisch berücksichtigt [d. hwenn von den unter 2) angegebenen Bedingungen nur eine eingetroffen ist, kann einer von den zuletzt erwähnten Fällen hinzugenommen werden und nunmehr die Intercalation erfolgen]. Als Beispiel wird folgendes angeführt: R. Jannai erzählt, dass R. Simon ben Gamaliel einst den auswärtigen Gemeinden die Mittheilung gemacht habe: Wir zeigen Euch an: da die Tauben (zum Opfer) noch zu zart, die Lämmer zum Pessachopfer noch zu jung sind und die Gerstenreife voraussichtlich nicht eingetreten sein wird, so haben wir beschlossen, dem Jahre 30 Tage zuzusetzen. Im Gegensatz dazu wird die Bescheidenheit des R. Gamaliel I hervorgehoben, der den Beschluss in seinem und seiner Collegen Namen ausgehen liess. Es wird dort erzählt, R. Gamaliel habe einst auf dem Tempelberge seinem Secretär Jochanan drei Briefe an die auswärtigen Gemeinden dictirt, von denen der dritte an die Israeliten in Babylonien, Medien und in der ganzen Gola!) Ausführlich hierüber siehe oben S. 11. ff. 2) Jerus. Talmud Sanhedrin I, 2.