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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1882-01-01 · 1882 · page 43

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1882
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720949--42-2723659
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39 wurden. Die Unsicherheit darüber, ob Adar II nach Bedürfniss bald 29 bald 30 Tage, oder ob er stets 29 Tage habe, bewirkt in der Mischna1) auch eine praktische halachische Differenz bei dem Gesetze über die Zehntenabgabe vom Vieh. Denn die Gemara2) führt die in der Mischna mitgetheilten abweichenden Meinungen des R. Akiba und Ben-Asai darauf zurück, dass nach R. Akiba die Dauer des Adar II unbestimmt sei, während nach Ben-Asai der Monat Adar II stets 29 Tage haben müsse. Später wurde auch, um für die Gola in Bezug auf das Pessachfest Einigkeit zu erlangen, an Mar Ukba, den Oberrichter zu Kafri, die Mittheilung gemacht3), dass der Monat Adar II immer mangelhaft gehalten werde. Gegen diese letzte Meinung־ wird von R. Kahana auf einen Widerspruch gegen einen Ausspruch der Mischna aufmerksam gemacht, der ungelöst bleibt4). Bedingungen für die Intercalation eines Monats. Während in der biblischen Zeit, wie oben erwähnt, im zwölften Monat nur darauf gesehen wurde, ob der Stand der Gerste so weit gediehen, dass bis Mitte des nächsten Monats die Reife derselben zu erwarten war, wurden in späterer Zeit noch andere Momente theils agrarischer, theils astronomischer, theils socialpolitischer Natur in Betracht gezogen. Hierüber wird folgendes mitgetheilt5). 1) Das Jahr wird intercalirt wegen der Wege [d. h. wenn die Wege, die im Winter vom Regen durchweicht worden, für die Wallfahrer nach Jerusalem noch nicht wieder hergestellt sind], wegen der Brücken, [die zerstört und noch nicht durch neue ersetzt worden], wegen der Oefen zum Pessachfeste [d. h. wenn die zum Braten der Pessachopfer erforderlichen Oefen, die durch den Regen zerstört waren, noch der Sonnenwärme zum Trocknen bedürfen] und wegen der Wallfahrer aus fernen Gegenden ausserhalb Palästinas, die schon von Hause aufgebrochen, Jerusalem aber bis zum Pessachfeste, nur bei eintretender Intercalation erreichen konnten6). 2) Weg־en dreier Ursachen, von denen wenigstens zwei ein- 1) Bechorot IX, 5. 2) Bechorot 58 a. 3) Rösch haschana 19 b. 4) Rosch haschana 20 a. 5) Tosefta Sanhedrin cap. II. Gemara Sanhedrin 11 ab, 12 a, woselbst Näheres über alle demnächst zu erörternden Fälle mitgetheilt ist. 6) Jerus. Talmud Schebiit X, 1. und Parallelstellen.

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