Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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3? dieses Monats erreichen konnten, die Feiertage mit Ausnahme des Neujahrsfestes nur einen Tag feierten. Aus späterer Zeit wird noch ein fernerer Zweifel für die Auswärtigen dahin geltend gemacht, ob vielleicht der Monat Ab resp. der Monat Schebat mangelhaft gewesen sei und sich dadurch in Bezug auf den Monat Tischri oder Nissan die Ungewissheit auf einen weiteren Tag erstrecke, folglich gar eine dreitägige Feier der Feste erforderlich werde. Er wird durch den Hinweis darauf behoben1), dass, da bereits die Monate Tammus resp. Tebet ohnehin mangelhaft gewesen seien, selbst die entferntest Wohnenden hätten erfahren müssen, dass auch die Monate Ab resp. Schebat für mangelhaft erklärt worden seien, weil die seltene Thatsache, dass zwei aufeinanderfolgende Monate nur 2 g Tage gehabt, leicht bis in die entferntesten Gegenden hätte dringen müssen. Es lässt sich demnach annehmen, dass im Allgemeinen den Monaten abwechselnd eine Dauer von 2g und 30 Tagen gegeben wurde, bis bei irgend einer Gelegenheit eine Correctur dieser Annahme erfolgte. Es haben daher die Gemeinden der in und ausserhalb Palästinas Wohnenden, mit Ausnahme der Gemeinde zu Jerusalem, zwei Tage Neujahr gefeiert, weil die Boten erst am Schlüsse des Neujahrs Weggehen konnten. Sie zählten aber den ersten Neujahrstag als den ersten Tischri wie bereits (S. 32) angegeben. Und selbst die Bewohner Jerusalems feierten das Neujahrsfest oft zwei Tage, wenn nämlich der Gerichtshof die Ankunft von Zeugen erwartete, solche aber erst am Schlüsse des 30. Tages oder gar nicht kamen, wie oben ausgeführt wurde. Die oben S. 14 bereits gemachte Bemerkung ist hier zu wiederholen, dass in einem solchen Falle d. h., wenn zwei Tage Neujahr in Jerusalem gefeiert wurden, dort der zweite Neujahrstag als der erste Tischri angesehen und gezählt wurde2). Die entfernt wohnenden Gemeinden, zu denen die Berichte der Boten vor den Festtagen nicht gelangen konnten, mussten wegen des steten Zweifels über den Anfang der Monate alle Festtage zwei Tage lang feiern. Dieser zweite Feiertag heisst שני DltD DY* של גליות [der zweite Feiertag der Diaspora]. Selbst als die neue jetzt übliche jüdische Kalenderordnung־ i) Rösch haschana 20 b, 21 a. 2) Vergl. Tosafot zu Menachot 100 K und Räschi zu Pessachim 47 a.