Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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26 Heiligung des neuen Monats. Die Bekanntmachung oder Verkündigung des Tages, welcher der Anfang des neuen Monats sein sollte, geschah durch den Vorsitzenden des Gerichtshofes, indem er, nachdem der Tag bezeichnet war, das Wort ״geheiligt״ ausrief und das versammelte Volk dieses Wort zweimal wiederholte. Ob nur für den 30. oder nur für den 31. Tag, oder ob in beiden Fällen, oder ob gar nicht die Heiligung in dieser Weise geschehen müsse, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Die Mischna1) berichtet: Der Vorsitzende des Gerichtshofes rief [nachdem der Gerichtshof die Zeugenaussagen für richtig befunden] das Wort ״geheiligt“ aus und das versammelte Volk antwortete mit dem Doppelausrufe ״geheiligt, geheiligt!“ Sowohl wenn der Neumond zur rechten Zeit [d. h. am 29. Tage des Monats, bald nach Sonnenuntergang] gesehen wurde, [wobei dann der 30. Tag als der 1. Tag des neuen Monats eingesetzt wurde], als auch wenn er zur rechten Zeit nicht gesehen wurde, [wobei dann der 31. Tag als der erste des neuen Monats eingesetzt wurde], fand in der angegebenen Weise die Heiligungdesneuen Monats [für den 30., respective den 31. Tag] statt. R. Eleasar bar Zadok meint, dass, wenn der Mond zur rechten Zeit nicht erschienen und der 31. Tag der erste des neuen Monats geworden sei, man die Heiligung für den 31. Tag nicht ausgesprachen habe, weil jeder neue Monat spätestens nach Ablauf von 30 Tagen beginnen müsse, folglich die Heiligung gewissermassen am Firmamente schon geschehen sei Und keiner weiteren Bestätigung durch das irdische Gericht bedürfe. Dass übrigens der Vorsitzende des Gerichtshofes das Wort ״geheiligt“ ausgerufen habe, wird dabei aus Leviticus 23, 44. hergeleitet, sowie aus Leviticus 23, 2, dass das Volk dasselbe Wort zweimal zu wiederholen habe2). Aber ausserdem werden noch zwei andere Meinungen mitgetheilt3). Plimo sagt: Wird der Neumond zur rechten Zeit gesehen, so findet keine Heiligung des neuen Monats für den 30. Tag statt [weil das normale Erscheinen zur rechten Zeit einer weiteren Bestätigung nicht bedürfe]. Wird er hingegen zur rechten *) Rösch haschana II, 7. 2) Rosch haschana 24 a. 3) Rosch haschana 24 a $anhedrin 10 b.