Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1882
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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24 zusetzen sei. Aus der weiteren Discussion geht dann hervor, dass es sich damals um den Monat Elul handelte, und dass nach R. Gamaliel diesem Monat eine Dauer von nur 2 9 Tagen zugekommen und der darauf folgende 30. Tag als der erste Tischri (Neujahr) anzusehen gewesen sei, während nach der Anschauung des R. Dosa ben Hyrkanos und des R. Josua der spätere, der 31. Tag, als der erste Tischri (Neujahr) festzusetzen gewesen sei. Darauf schickte R. Gamaliel zu ihm (R. Josua) und liess ihm sagen: Ich befehle Dir, dass Du am Versöhnungstage, wie er nach Deiner Rechnung treffen würde, mit Deinem Stabe und Deinem Geldbeutel zu mir kommst [d. h. am eilften Tischri nach der Rechnung des R. Gamaliel, welcher Tag nach der Rechnung des R. Josua erst der zehnte Tischri (Versöhnungstag) sein konnte]1). R. Akiba ging zu R. Josua und fand diesen über diese Anforderung tief betrübt. . Aber R. Akiba brachte ihm einen Beleg aus Leviticus 23, 2 dafür, dass dasjenige, was R. Gamaliel [als Vertreter des Gerichtshofes] gethan, zu Recht bestehe. Als R. Josua zu R. Dosa ben Hyrkanos kam, brachte auch dieser einen Beleg aus Exodus 24, 9, dass der Ausspruch des Gerichtshofes unter Vorsitz des R. Gamaliel befolgt werden müsse. Da nahm jener seinen Stab und seinen Geldbeutel und ging an dem Tage, auf welchen nach seiner (R. Josua s) Rechnung der Versöhnungstag treffen musste, zu R. Gamaliel nach Jamnia. Als er dort ankam, erhob sich R. Gamaliel, küsste ihn auf das Haupt und rief ihm zu: Sei willkommen, Du mein Lehrer und mein Schüler: mein Lehrer in der Weisheit, mein Schüler, indem Du meiner Anordnung Folge geleistet hast. Die Gemara2) zur Stelle schmückt diese Erzählung noch weiter aus. Besonders wird das Gewissen des R. Josua durch die von R. Akiba angeführte Deutung der Stelle Leviticus 23, 2. 4. 37., dass man den Aus- Sprüchen des Synhedrions in allen Fällen folgen müsse, beruhigt. Eine weitere Tradition aus dem Lehrhause seines Grossvaters theilt R. Gamaliel dort bei der Erzählung folgender Thatsache mit. Einst zogen sich Wolken am Himmel zusammen, und es wurde eine Mondsichelgestalt am 29 Tage des Monats sichtbar. Das Volk glaubte, man müsse diesen Tag als Neumond bestimmen, Rösch kaschana 25 a. b. 2) Rosch haschana 25 a, jerus. Talmud Rosch liaschaua H, 8.