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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1882-01-01 · 1882 · page 27

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1882
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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IRI
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23 und am Abend im Westen gesehen. R. Jochanan ben Nuri erklärte sie für falsche Zeugen [da nach seiner Berechnung seit der Conjunction noch nicht so viel Zeit verflossen war, dass die Mondsichel an diesem Abend schon hätte sichtbar sein können]. Als sie nach Jamnia kamen, nahm sie R. Gamaliel für gütige Zeugen an [da nach seiner Berechnung die Mondsichel an diesem Abend schon sichtbar sein konnte, die Aussage jedoch, dass sie dieselbe Morgens gesehen hätten, darauf zurückzuführen sei, dass sie vermuthlich durch ein mondsichelähnliches Wolkengebilde getäuscht worden seien]. Dass die Berechnung einer und derselben Conjunction durch die beiden Genannten trotzdem nicht verschieden war, geht aus einer Bemerkung des R. Gamaliel hervor1). Er theilt nämlich als Tradition im Namen des Lehrhauses seines Grossvaters mit, dass der Mond sich manchmal schneller, manchmal langsamer bewegte, d. h. dass die Zeit zwischen der Conjunction und dem Sichtbarwerden der Mondsichel von ungleicher Dauer sei. Da nun im vorliegenden Falle der Mondumlauf schneller gewesen, so läge die Möglichkeit vor, dass die Mondsichel, obschon die Zeit seit der Conjunction kürzer gewesen, dennoch bereits an diesem Abend sichtbar gewesen sei, ein Umstand, den R. Jochanan ben Nuri nicht in Rechnung ziehen konnte, da ihm die erwähnte Tradition unbekannt war. Ein anderes Mal kamen zwei Zeugen und sagten: wir haben den Mond zwar zur rechten Zeit [d. h. am Vorabend des 30. Tages], nicht aber am nächstfolgenden Abend gesehen. R. Gamaliel nahm sie als gütige Zeugen an [weil nach seiner Meinung die Sichtbarkeit am 29. Abends möglich und somit der erste Theil der Aussage richtig wäre. Dass die Zeugen am folgenden Abend den Mond nicht gesehen, stehe mit dem ersten Satze nicht in Widerspruch, da entweder eine Bedeckung des Mondes durch Wolken oder irgend eine andere Ursache die Sichtbarkeit der Sichel verhindert haben könne]. R. Dosa ben Hyrkanos aber erklärte die Zeugen für ungiltig und brachte einen etwas drastischen Vergleich als Beweis für seine Meinung. Ihm stimmte R. Josua bei und schloss sich der Meinung an, dass nämlich der verflossene Monat als ein vollzähliger von 30 Tagen ein- 1) Rösch haschana 25 a, Jerus, Talmud Rösch haschana II, 7,

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