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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1882-01-01 · 1882 · page 10

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1882
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720949--09-2723626
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6_ 3• Die auffallende Verschiedenheit der Länge eines Sonnenjahres und eines Zeitraumes von zwölf Mondmonaten muss schon in der ältesten Zeit bekannt gewesen sein. Dennoch ist in der Bibel in Betreff irgend einer Art Einschaltung, durch welche das Sonnenjahr mit den Mondmonaten in Uebereinstimmung zu bringen wäre, nichts erwähnt. Es lässt sich aber wohl annehmen, dass schon in der biblischen Zeit weder ein tropisches Sonnenjahr noch ein freies Mondjahr, sondern ein gebundenes Mondjahr eingeführt war, weil die israelitischen Festtage theilweise an agrarische Momente geknüpft und von dem Stande der Jahres- Zeiten abhängig sind (wofür als Stützverse Deuteronomium 16, 1 und Leviticus 23, 39 angeführt werden)1), bei einem freien Mondjahre aber die Festzeiten auf die verschiedensten Jahreszeiten treffen können. Um das Letztere zu vermeiden, liess man wohl wiederum die rein empirische Beobachtung am Ende des zwölften Monats eintreten und nahm darauf Rücksicht, ob bis Mitte des nächsten Monats die Gerstenreife so weit gediehen sein werde, dass man das vorschriftsmässige Omeropfer (Leviticus 23, 11.) am zweiten Pessachtage werde darbringen können. War die Reife der Gerste bis dahin möglich, so wurde der nächstfolgende dreizehnte Monat der erste des neuen Festjahres. Wurde jedoch die Unmöglichkeit constatirt, so ward der nächstfolgende dreizehnte Monat der dreizehnte des alten Jahres und erst der darauffolgende vierzehnte Monat der erste des neuen Festjahres. Ein fester Schaltcyclus war vermuthlich ebensowenig vorhanden wie die Dauer des Monats fest bestimmt war. Alles war vielmehr auf die empirische Beobachtung gestützt. Jedenfalls war aber durch die Methode, nach agrarischen Rücksichten einzuschalten, eine Ausgleichung zwischen Sonnen- und Mondjahren nach einer gewissen Reihe von Jahren hergestellt. Untersuchen wir nun, was die durch das Exil bedingte Berührung der Israeliten mit andern Völkern und die dadurch empfangene Bereicherung ihres Wissens in Bezug auf die oben angeführte Bestimmung des Monatsanfanges, die von so vielen Zufälligkeiten und Ungenauigkeiten beeinflusst war, so wie in Bezug auf die Intercalationsmethode hervorbrachte, und wie sich unsere jetzige jüdische Zeitrechnung daraus entwickelte. Die Mischna, die wir sofort im Einzelnen citiren werden, giebt an, 1) Rösch hascliaua 21 a. 7 a. SaDhedrin 13 b, jerus. Talmud Pea V, 1. SchekalimI, 2.

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