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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1882-01-01 · 1882 · page 9

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1882
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720949--08-2723625
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5 Die weitere Berücksichtigung der bisher erschienenen Literatur erfolgt stellenweise in der Abhandlung selber. Eine bibliographisch vollständige Aufzählung von Namen und Werken liegt ausserhalb des Rahmens dieser Abhandlung. Sie beabsichtigt vielmehr nur das gesammte im Talmud enthaltene einschlägige Material, unter Ausschluss jeder Polemik gegen die Darstellung der späteren Bearbeiter, zu einem Gesammtbilde zu vereinigen und dadurch die Grundlage zu einer weiteren wissenschaftlichen Untersuchung der Chronologie zu befestigen. Nur noch folgende Bemerkungen haben wir der Darstellung vorauszuschicken: 1. Da in Folgendem die jetzt übliche Bezeichnung der Monatsnamen gebraucht wird, so sei hier sogleich angemerkt, dass laut Angäbe des jerusalemischen Talmuds1) bei den Israeliten die Anwendüng dieser Monatsnamen erst nach der Rückkehr aus Babylon erfolgte. 2. Ist ein Mittel gegeben, um die Monatsanfänge zu bestimmen, so ist dadurch auch die Monatslänge bekannt. Denn die Zeitdifferenz zwischen zwei aufeinanderfolgenden, auf einen und denselben Meridian reducirten Monatsanfängen thut eben die Monatslänge kund. Durch häufige Wiederholung solcher Beobachtungen war man im Stande, nach längerer Zeit auf Grund der gesammelten Resultate eine gewisse Mittelgrösse der Monatslänge anzugeben, wie denn auch thatsächlich R. Gamaliel eine Angabe der Monatslänge traditionell aus dem Lehrhause seines Grossvaters mittheilt. *2) Nun ist zwar in der Bibel kein directes Verfahren zur Bestimmung des Monatsanfanges angezeigt. Aber die althergebrachte empirische Norm, dass der neue Monat mit dem Sichtbarwerden der Mondsichel sogleich nach Sonnenuntergang des 29. Monatstages beginnt, war aus der biblischen Zeit bekannt, und dieses Verfahren wird in der That im Talmud aus Exodus 12, 2 hergeleitet.3) Da hiernach auf die Beobachtung des Eintritts dieser ersten Erscheinung des Mondstreifens Werth gelegt wird, so ist anzunehmen, dass vor der Zeit Esra’s diese Beobachtung die Grundläge für die Festsetzung der Monatsanfange gewesen sei. Denn es ist nicht abzusehen, aus welchen Gründen man von diesem Herkommen hätte abgehen oder es ändern sollen. 1) Rosch haschana I, 2. 2) Rösch haschana 25 a. 3) Rosch haschana 20 a Menachot 29 a.

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