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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 116

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 116)
Language
German
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IRI
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113 wären, nein, sobald die Epidemie erst ausgebrochen אינו מבחין בין טוב לרע, ja noch mehr, die Frommen kommen oft zuerst daran, ולא עוד אלא ׳שמתחיל מ; הצדיקים החלה das könne aber auch, meint Abaji darauf, zu ihrem Wohle sein (כי מפני הרעה נאסף הצדיק)• — Anlangend die zweite Stelle, so schicke ich zuvörderst voraus, wie die Rabbinen uns selber gelehrt, selbst biblische Berichte über Gott und Engel überall da, wo der einfache Sinn mit der Allmacht oder Allwissenheit Gottes nicht übereinstimmt, symbolisch aufzufassen1), geschweige denn, dass wir das bei rabbinischen Berichten thun dürfen2). An unserer Stelle nun ist zu erwägen, dass nach unseren menschlichen Begriffen die gerechteste Regierung dort ist, wo eine Theilung der Gewalten vor sich gegangen ist; ein Land, in welchem die gesetzgeb ende, die richterliche und die vollziehende Gewalt in einer Hand vereinigt ist, nennt man einen despotisehen Staat. Da nun aber auch bei Gott diese drei Gewalten vereinigt sind (כי ד שפטנו ד מהקקנו ד מלכנו) Jesaias 33ל22 י also richterliche, gesetzgebende und Executivgewalt in einer HancF), so könnte das manchem Kurzsichtigen als ein Uebel erscheinen. Daher bemühen sich viele biblische Bücher und die Rabbinen, das י) So z. b. 1. m. 11.5. וירד ר לראות, s. Raschi: לא הוצרך לכך אלא בא ללמד לדיינים שלא ירשיעו הנדון עד שיראו ויבינו, במדרש רבי תנחומא; ferner ibid. 18,21: 'ארדה נא ואראה למד שלא יפסקו דיני נפשות אלא בראי; ferner 2. b. Mos. 31. 17: וינפש כתי־־גומו ונח ומי שכתוב בו (ישעי' מ) לא ייעף ולא יגע וכל פעלו במאמר הכתיב מנוחה לעצמו לשבר האוזן מה שהיא יכולה לשמוע• 2) Eigentlich habe ich mir erst für das zweite Heft dieser Abhandlung gewisse rabbinische Aussprüche Vorbehalten, die zwar eine mystische Färbung haben, deren Symbolik aber unzweifelhaft ist. Hier will ich nur ein kurzes Wort anführen. Zu den Worten Esthers: איש צר ואויב המן הרע הזה (Esther 7• 6.) bemerkt der Talmud (Megilla 16. a.): «Esther wollte auf den König hinweisen, da kam aber ein Engel und stiess ihre Hand nach einer anderen Richtung, nach Ham an hin.» Das ist Nichts weiter als ein psychologischer Blick in die Seele Esthers. Nachdem der König auf die frivolste Weise ein ganzes Volk dem Ha man preisgegeben, fragt er jetzt gleichsam in sittlicher Entrüstung: Wer ist das, und wo ist der, der den Uebermuth hat, also zu thun? Da war natürlich die erste unwillkürliche Bewegung der Esther, auf den König selbst hinzuweisen, dass ihn eigentlich die Schuld treffe, aber wie ein Blitz durchfuhr sie der richtige Gedanke, dass, wenn sie den König selbst der Mitschuld zeihe, Alles verloren sei. Und diese wiedergewonnene richtige Einsicht, diese ihr schnell zurückgekehrte Ueberlegung war, sinnbildlich ausgedrückt, ihr «guter Engel», der ihre Hand fast gewaltsam auf Ha man hinlenkte. s) Der Einsichtige findet gerade darin die grösste Beruhigung, da es die Hand des allwissenden, allgerechten und allbarmherzigen Gottes ist, darum schliesst ja auch der Prophet הוא יושיענו; allein anders bei den Kurzsichtigen, 8

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