Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 115)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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112 * - der Geist Piskunith zum Allerheiligsten: Herr der Welt! Wenn Abraham und Sara hier zugegen wären, würdest du sie so beschämen, warum beschämst du nun deine Kinder also? Frage: Hat denn dieser Geist die Erlaubniss, Gott solche Vorstellungen zu machen? Antwort: Allerdings, denn er hat drei Namen, Piskon, Itmon, Sigron; der erste Name bedeutet, dass er Gott gegenüber Vortrag hält1), der zweite, dass er die Sünde Israels verdeckt, der dritte, dass, sobald er schliesst, man nicht mehr öffnet.» Was verstehen die Rabbinen unter diesem Ruach Piskunith, dem solche Vollmachten ertheilt worden? Und wie kommt Raschi dazu, dass es der Engel Gabriel sei? Vollends verfehlt ist die Ansicht Löwy’s in יבקורח התלמוד dass hier deshalb auf den Engel Gabriel angespielt werde, weil dieser ein Gegner Israels sei, da ja im Sinne des Talmuds Gabriel vielmehr als Fürsprecher für die Israeliten angesehen wird (wie Joma 76.).» So weit Schorr. Es ist wahr, dass diese beiden Stellen zu den dunkelsten und mit dem jüdischen Religionssysteme — wie es sonst überall von den Rabbinen gelehrt wird — schwer zu vereinbarenden gehören. Namentlich ist die Behauptung Löwy’s, der den Engel Gabriel als einen Gegner Israels im Sinne der Rabbinen hinstellen will, eine falsche2). Indess will ich versuchen, eine kurz gefasste Erklärung zu geben. Wir haben oben von einigen Rabbinen, und gerade von solchen, die zu den aufgeklärten zählen (wie R. Chanina) gehört, dass sie den Wundersüchtigen entgegentreten und dringend anempfehlen, niemals natürliche Mittel ausser Acht zu lassen und sich etwa auf Wunder zu verlassen. (Da man die Naturgesetze sich nicht ohne Einfluss der Gestirne dachte, drücken sie sich aus; יש מזל לישראל)" Sie thaten das zugleich im Interesse des religiösen Lebens, da sonst bei Uebeln, von denen Menschen heimgesucht werden, der Gläubige vor die Alternative gestellt würde, entweder Gott anzuklagen oder (wie die Freunde Jobs) den Betroffenen für einen Sünder zu halten. Derselbe Gedanke wird nun hier in der ersten Stelle auch in Bezug auf Epidemien ausgesprochen. . Man glaube nämlich nicht, dass die Frommen schon eo ipso geschützt 1J Dass dies die richtige Erklärung des Wortes Piskon ist, ־wird weiter unten noch nachgewiesen werden. 2) Ausser dem von Schorr angeführten Gegenbeweise vergleiche man auch Megiiia 16. a. שמשי מוחק וגבריאל כותב•