Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 114)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2720904-2720951--113-2723598- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
111 - 0 Auf eine Stelle im Hechaluz muss ich jedoch etwas näher eingehen. . S. 20 eu a. 0. heisst es: «Obschon betreffs der Angelologie und Dämonologie in Talmud und Midraschim viele Stellen Vorkommen, die mit dem persischen Systeme grosse Aehnlichkeit haben, so will ich doch nicht verschweigen, dass meines Wissens nicht ein einziger Ausspruch vorkommt, aus dem zu entnehmen wäre, dass irgend ein Engel oder Dämon eine selbständige Macht hätte gegen den Willen Gottes zu nützen oder zu schaden. Vielmehr richten sich die Rabbinen in dieser Beziehung ganz nach den Worten der Schrift (in Secharia und Job), dass Alles von dem Willen und der Bestimmung des Herrn des Weltalls abhängig und dass ohne dessen Genehmigung alle diese Wesen (Engel oder Dämonen) absolut ohnmächtig seien. So z. B. Baba Bathra 16. a. wird vom Satan berichtet1) : «Er geht hinab (zur Erde) und verführt, steigt hinauf (vor den Thron Gottes) und klagt , an, holt sich die Genehmigung ein und tödtet.» .Ferner Aboda sara 17. a.: «Als der bussfertige Sünder Ben Duradia Berge und Hügel, Himmel und Erde, Sonne und Mond, Sterne und Planeten um Fürsprache beim Allmächtigen bat, erhielt er die einstimmige Antwort: Wie sollen wir für dich als Fürsprecher beim Allvater eintreten, wir bedürfen ja selbst dessen Gnade und Barmherzigkeit und möchten sie am liebsten für uns selbst erflehen;» was doch offenbar — im Gegensätze zum Parsismus — sagen will, dass alle Wesen ohne Ausnahme dem Willen Gottes unterworfen seien. Nur zwei Stellen habe ich gefunden, die mich stutzig gemacht haben (שלבי מהסס בחם)• Die erste ist (Baba Kamma 60. a.) כיון שניתן דשות למשחית אינו מבחין בין טוב לרע• «Sobald dem Verderber Erlaubniss gegeben worden ist, so unterscheidet er nicht mehr zwischen Guten und Bösen.» Der Verderber hat also in diesem Falle Generalvollmacht? Die zweite Stelle ist Sanhedrin 44. b. «Als Gott Israel durch Ezechiel sagen liess: Dein Vater ist ein Emorite und deine Mutter eine Chetitin (Ezech. 16, 3.), da sprach * אויביהם ודרך ארצם, הלא תראה כי בשנה הראשונה בלכתם בלא סדר בא עמלק לישראל וארב לו וקם עליו ויזנב כל הנחשלים• ימה שצור, דוד למנות העם בעריהם היד. ללא הכרח ותועלת רק לדעת מספרם ולהתגאות ברב עם כל לכן כאשר קרה מה שקרה לישראל יחסו זה אל המעשה הזה כל (פ' במדבר)• 1j Nachdem nämlich der Talmud a. a. O. den Grundsatz aufgestellt, dass Satan, der böse Trieb und der Todesengel identisch seien. אמר ר״ל הוא שטן הוא יצר הרע הוא מלאך המות (wie ich das weiter oben schon einmal angeführt habe). ו