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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 113

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 113)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--112-2723597
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110 Aberglauben in den verschiedenen Zeitepochen zu beleuchten. Was jedoch im Allgemeinen gegen die Consequenzen Schorrs betreffs der directen Abstammung einer so ungeheuren Anzahl jüdischer Lehren aus der Zend-Lehre sich sagen lässt, hat schon Graetz in einigen beherzigenswerten Sätzen ausgesprochen1). Wohl hat Schorr solche Einwendungen vorausgesehen und denselben vorzubeugen gesucht. Er bemüht sich Anknüpfungspunkte und Verkehrsgelegenheiten zwischen Kanaanitern und Babyloniern bis in die ältesten Zeiten hinauf zu versetzen, ja, er führt (nach dem Vorgänge Spiegels) sogar den Geburtsort Abrahams (Haran) ins Treffen, indem er ihn mit Airyana vaedscha, dem Vaterlande Zoroasters, identificirt2). Doch ich sollte meinen, Schorr, der oft genug über das Gesuchte und Gezwungene in gewissen rabbinisehen Discussionen sich moquirt, müsste auch bei seinen Forschungen den richtigen Grundsatz אשיגויי דחיקי לא סמכינן gelten lassen3). ף Sie lauten: «:Bei solchen Vergleichungen von Aussprüchen und Gesetzesvor- Schriften kann man nicht genug Vorsicht gebrauchen. Hier handelt es sich nachzuweisen, was in der sopherischen Zeit aus dem Parsismus in das Judenthum eingedrungen ist und welche Veränderungen dadurch in Denkweise, Sitten und Gesetzen entstanden sind. Bei Ermittelung dieser Frage muss man sich stets gegenwärtig halten, dass die palästinensischen Judäer der nachexilischen Zeit doch eigentlich wenig in Verkehr mit Persern gekommen sein können. Sie sahen von Zeit zu Zeit den persischen Pechah oder Satrapen mit seinem Gefolge, aber mit dem Volke kamen sie doch wenig in Berührung, sie waren vielmehr mit ihrem eigenen Wesen abgeschlossen. Zeigt sich ein eranischer Einfluss unter ihnen, so kann er nur durch Vermittelung der in Persien lebenden Judäer eingeführt worden sein. Diese waren allerdings von eranischer Atmosphäre umgeben und ihrem Eindringen ausgesetzt. Durch den häufigen Verkehr der auswärtigen Judäer mit den einheimischen können eranische Elemente auch in Jerusalem bei den tonangebenden Persönlichkeiten Eingang gefunden haben. Beachtet man den conservativen Charakter des Judenthums in der Zeit nach Esra und Nehemia, so muss man nur annehmen, dass bei der Scheu vor Neuerungen fremde Elemente nur dann Eingang gefunden haben, wenn in der bereits verbreiteten biblischen Literatur Anklänge dafür vorhanden waren, oder wenigstens den Neuerungen nicht entgegenstanden.> (Gesch. d. J. Bd. 2, zweite Hälfte S. 418).[ 2) S. Hechaluz a. a. O. S. 12. 3) Gelegentlich der Erwähnung des Hechaluz, führe ich auch an, dass der 8. Jahrgang Fragmente aus einem alten Werke des ר נסים ממרשיליא unter dem Namen מעשה נסים enthält, unter denen ich Seite 141 folgende Stelle als Stütze für meine Auffassung über die Volkszählung Davids ansehen kann: אל תתמה בצוות השם הנה למנות העם וחרה אפו בדוד במנותו את ישראל׳ לפי שמה שצור■ ה' הנה הוא לתועלת מבואר וזה לדעת מספר אנשי החיל מבן כ׳ ועד בן ם' היוצאים לצבא למען מנות עליהם שרי אלפים ושרי מאוח שילכו מסודרים איש על מקומו ואיש על דגלו באותות ולהרים גס להתנוסס כדרך אנשי החיל כו׳ וזה היה מחויב להם כי הם הולכים בינות

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